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Posts mit dem Label "Action" werden angezeigt.

Die Abschissbirne

Die entfremdeten Halbbrüder Jonny (Jason Momoa) und James Hale (Dave Bautista) müssen sich zusammenraufen, um den Mord an ihrem männlichen Genomspender aufzuklären. Beide eint das schlechte Verhältnis zu ihrem Vater und eine schwierige Kindheit. Im Grunde könnte man sagen: der alte Drecksack wurde verscharrt und hat wahrscheinlich bekommen, was er verdient hatte. Ei drüber schlagen, Bier auf und Prost! Dummerweise rückt den Brüdern der hawaiianische Ableger der Yakuza unangenehm auf die Pelle, weil Jonny einen Datenstick von Pappa Hale zugeschickt bekommen haben soll. Ebenso dumm für die Yakuzahanseln: Jonny ist Polizist in Oklahoma und übt sich in der Straßenprügelfassung des Drunken Master Kampfstils und James ist eine US Navy Robbe. Entsprechend blutig gestaltet sich die zweistündige Bewältigung der Kindheitstraumata. Zwei miteinander im Clinch liegende Dudes, ein Kriminalfall und brachiale Action sind die Grundzutaten einer zünftligen Buddy-Cop-Action-Comedy. Leider gelingt es Regi...

"Kill! KILL! KILL! Ah, daiiiii! DAII! KILL!"

Als Harry Tasker (Arnold Braunschweiger) - Computersoftware Saldes Dude bei Tage und Spion bzw. Ein-Mann-Armee bei Nacht - herausfindet, dass seine Frau Helen (Jamie Lee Curtis) möglicherweise fremd geht, zerbricht seine Welt. Er entscheidet ein Sabbat-Jahr einzulegen, schnürt sein Bündel und reist um die Welt. In einem Kloster auf dem Himalaja trifft er nach zahlreichen Abenteuern sein wahres selbst und findet wieder mit seiner Frau zusammen. Endlich hat er sein Leben wieder im Griff. ... Natürlich nicht!  Das ist kein Film für Erwachsene, sondern für Freunde des gepflegten Wegsprengens. Stattdessen missbraucht Tasker die Mittel seiner Organisation Omega Sector, um die fiese Type ausfindig zu machen. Er schnappt sich den Nebenbuhler (Bill Paxton) und Helen mit Hilfe eines Überfallkommandos. Um herauszufinden, ob sie wirklich fremdgegangen ist und ob sie ihren Mann noch liebt, verhört Tasker - wie ein erwachsener Mann das halt so macht - seine Frau. Als klar wird, dass ihr bloß lan...

Klunkergefühle

Ja, das ist eins der offiziellen Filmplakate gewesen Die Frage, die sich bei alten Werken immer stellt, lautet: halten sie dem heutigen Blick stand? Hat der Zahn der Zeit von einer kümmerlichen Ruine abgesehen überhaupt etwas übrig gelassen? Steht da in meinem Regal eigentlich ein Cringefest oder ist das auch heut noch OK? Oft retten sich Filme von Anno Dunnemals nur durch die Nostalgiebrille in die Gegenwart. Auch wenn ich wieder klingen mag wie ein vorgealtertet Zottelzausel aus dem Altersheim, der vom Krieg erzählt; eins können mir die Schamhaarazubis da draußen glauben: Jeder, der sich Sachen anschaut, die man in Kindheit oder Jugend gefeiert hat, riskiert einen Realitätscheck, der gelegentlich sogar einer Horrorprobe gegen Cthulhu nahe kommt. Da ich unbelehrbar bin, pfeife ich viel zu oft auf den Ratschlag Dinge einfach in guter Erinnerung zu behalten. Unlängst geschehen mit dem 1984er Film  Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten - oder wie er im Original heißt: Romancing the...

Raus aus der Komfortzone

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Für Nathan Caine (Jack Quaid) birgt dieses Sprichwort eine überlebensnotwendige Binsenweisheit. Nathan wurde nämlich mit einer Erkrankung geboren, die ihn keinerlei Schmerz fühlen lässt. Das ist extrem gefährlich, da Schmerz ein wichtiges Signal des Körpers ist, das auf Krankheiten und Verletzungen hinweist. Nathan könnte sich versehentlich mit der Kettensäge ein Bein amputieren und würde es erst merken, wenn ihn der Blutverlust in die Besinnungslosigkeit treiben würde. Oder um ein weniger drastisches Beispiel zu nennen: er würde einen Stein im Schuh nicht spüren und ihn sich daher in die Fußsohle einarbeiten. Daher lautet sein Lebensmantra: Unfallverhütungsvorschriften. Diese trägt er wie eine Monstranz vor sich her. Neben dem Präparieren seiner Räumlichkeitenen gehört dazu auch sich von Menschen weitestgehend fernzuhalten. So verbringt er seine Freizeit meist in Onlinespielen. Dann eines Tages taucht eine neue Kollegin in seiner Bank auf un...

Greenscreen, ick hör dir trapsen!

In den USofA passiert etwa total Unerwartetes: der ehemalige Actionfilmstar Will Derringer (John Cena) wird neuer Präsident. Mit ihm übernimmt jemand das Amt des POTUS, der dieser Aufgabe eher nicht würdig ist. Impulsiv, unsicher und unbeholfen in öffentlichen Auftritten, legt er sich sogleich mit seinem Kollegen Sam Clarke (Idris Elba) an, dem Premier des Vereinigten Königreiches.  Die PR-Atzen müssen den Schlamassel also wieder Kitten. Da es um die NATO seit einem Geheimdienst-Leak nicht gut bestellt ist, müssen die beiden zeigen, dass man zusammenarbeiten kann und wird. Also werden sie in die Air Force One verfrachtet, mit der es gemeinsam zum Gipfeltreffen nach Triest geht.  Es kommt, wie es kommen muss: Terroristen haben sich als Flugbegleiter getarnt auf die Air Force One geschmuggelt und bringen sie zum Absturz. Wenn das wirklich so einfach ist, weckt das in mir geradezu Hoffnung für die Zukunft. Ähm... hab ich das gerade laut gesagt? Egal! Clarke und Derrin...

Akute Reisewarnung auf diesem Flieger!

    Wenn ein Film halbwegs erfolgreich mit einem neuen oder lange nicht mehr genutzten Plotkonzept im Kino läuft, kann man Wetten abschließen wie lange es dauern wird, bis die Trittbrettfahrer und Rip-Offer aus ihren Löchern gekrochen kommen. So geschehen mit Bullet Train von David Leitch. James Madigan gibt sich in seinem 20 Mio US $ teuren Regiedebüt Fight or Flight sichtlich Mühe aus einem Drehbuch, das aus zusammengeklaubten Referenzen zu Last Boy Scout , Crank und  Bullet Train und   mäßigen eigenen Ideen besteht, einen halbwegs erträglichen Film zu erschaffen. Am Ende scheitert es dann mit Ansage an ebenjenem Drehbuch. Keiner der Beteiligten wird sagen können, dass man ernsthaft dachte, einen guten Film daraus machen zu können.  Lucas Reyes (Josh Hartnett), ehemaliger Secret Service Agent, ist seit Jahren auf der Flucht und hat sich dem Alkohol ergeben, als er von einer Bekannten mit einem Angebot gelockt wird. Er soll eine Agentin/Terroristin/Aktivisti...

Indy ist tot, es lebe Indy!

Nachdem Indiana Jones in seinem letzten Filmabenteuer von James Mangold dekonstruiert bzw. geradezu hingerichtet worden ist, hatte ich wenig Hoffnung in The Great Circle gesetzt, zumal mich der Titel an Dial of Destiny erinnerte, mit dem Unterschied, dass The Great Circle noch profaner klang.  Gute Nachricht zu Beginn: ich sollte mich täuschen. Der Große Kreis bietet die beste Indy-Geschichte seit langem. Dabei entließ mich der Einstieg noch mit einem unguten Gefühl in die eigentliche Handlung. Man hatte sich entschieden einen Prolog vor den eigentlichen Prolog zu setzen: die erste Sequenz aus dem Film Jäger des verlorenen Schatzes dient hier in einer 1:1 Umsetzung als Tutorial. Nicht falsch verstehen! Das schaut super aus und funktioniert auch grundsätzlich, hat aber mit der restlichen Handlung nullkommanix zu tun und wirkt daher wie ein angetackertes Nostalgiezäpfchen.  Sofort befürchtete ich, der Prolog würde den Standard für die gebotene Kreativlosigkeit im Rest der S...

Death is not the End

Sam Porter Bridges steht im Zeitregen und hält nach den Gestrandeten Toten Ausschau     "Alles ist wahr, bis auf die Lügen." - Fragile Als das Gewebe, das die Welten der Lebenden und der Toten trennte, brüchig wurde, kam es zur ultimativen Katastrophe. Übrig blieb eine zerstörte Welt und eine zerrissene und fragmentierte Gesellschaft. Diejenigen, die der Vernichtung enkommen konnten, leben nun weit verstreut im ganzen Land, allein oder in kleinen Gruppen, oft isoliert voneinander.  Die Welt ist karg. Meist wachsen nur Moos und Gras auf dem felsigen Untergrund. Einsam stapft Protagonist Sam Porter Bridges (Norman Reedus) durch die Ruinen einer untergegangen Gesellschaft, erklimmt Berge und wandert über Hügel und durch Talsenken verwüsteter Landschaften. Seine Mission: er liefert dringend benötigte Güter zu den Oasen, in denen noch Menschen leben. Dabei erfüllt er den letzten Wunsch seiner Adoptivmutter Bridget und versucht so viele wie möglich in das Netzwerk ihr...