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Ihr seid ja alle Crank!

Jajaja, mordsmäßiger Joke, ich weiß. Den hat noch niemand gebracht, wenn es um Mark Nelvedins und Brian Taylors Brainrot-Actionfilmduett Crank geht. Zweitausendsechs und Neun kamen die ersten beiden Teile einer nie vollendeten Trilogie ins Kino, um die Zuschauenden auf High-Speed am Nasenring durch die Manege zu schleifen. Hach, es ist tragisch, dass wir nie das Ende dieser unglaublich epischen Handlung erleben werden.  Öhm, worum ging es eigentlich nochmal? Chev Chelios ist ein Profikiller, der sich mit den Falschen angelegt hat. Soweit so passend für das Jason Statham Portfolio aus ehemaligen Söldnern, Agenten und Freizeit-Ein-Mann-Armeen, die ihre Superkräfte mit dem Seepferdchenabzeichen beim DLRG, dem Verlaufen im Wald mit den Pfadfindern, dem Durchführen einer Rochade im Schachclub oder beim Mixen eines London Mule bei den Anonymen Knochenbrechern erworben haben. Irgendwie ist es passend, dass er sich bereits vor zwanzig Jahren selbst parodiert hat, also bevor er ein Klischee...

Rage Against The Machine

Yet again, it's time to watch a Klassiker of Kinogeschichte. Bevor es zu hart cringed, wenden wir uns ohne Umschweife Miloš Formans zweiten US-Film Einer flog über's Kuckucksnest  zu. Wie immer werfen wir bei den richtig alten Schinken einen Blick auf die Aktualität der verhandelten Themen und wie gut die Umsetzung gealtert ist. Also, kann dat wech oder is dat noch watchable? Der Film entstand in der Ära des New Hollywood (1967-1980). Nachdem der strenge Motion Picture Production Code durch ein Altersfreigabesystem ersetzt wurde, endete die auferlegte Epoche der Selbstzenur in Hollywood. Die gewonnene künstlerische Freiheit führte dazu, dass die Filme moralisch ambivalenter. düsterer und realistischer wurden. Endlich konnten Themen wir Sex, Gewalt und Politik, die für manche ohnehin ein und das selbe sind, ohne Maulkorb behandelt werden.  Sodenn haben wir hier einen Protagonisten, der kaum beispielhafter für diese Ära sein könnte: Randle Patrick McMurphy (Jack Nicholson) ist ...

Eine Prise für das Empire

  Während der sogenannten Napoleonischen Kriege (1800-1814) bekämpften sich Franzosen und Briten lange Zeit vor allem auf den Weltmeeren. Im Endeffekt handelte es sich um einen Krieg um Kolonien und somit auch Handelswege. Aus dieser Zeit stammen viele der Bilder, die fortan die Phantasie von Geschichtenerzählenden anregten: Große, mächtige Segelschiffe, Kanonenfeuer, brechende Masten, Kaperfahrten, Flauten, stürmische See, erbeutete Schätze, Breitseiten, Skorbut, Piraten und so weiter.   In dieser Ära ist auch Patrick O'Brians Aubrey-Maturin-Romanreihe angesiedelt. Captain Jack Aubrey und sein bester Freund, der Schiffsarzt Dr. Stephen Maturin, umsegeln im Auftrag ihrer Majestät die Welt, um den Willen des Empires auszuführen. Von 1969 bis 2004 erschienen 21 Romane, der letzte wurde posthum veröffentlicht. Der Reihe wird nachgesagt, dass sie historisch sehr akkurat statt romantisierend und vor allem für maritim Interessierte ein Fundus an Detailwissen sei. Da ich bislan...

Bei Fuß!

   Nach all dem modernen Kram der letzten Wochen ist es mal wieder an der Zeit einen Film auf die Leinwand zu bringen, der als Kult-Klassiker gilt. Konnte An American Werewolf in London dem Zahn der Zeit widerstehen oder ist der knapp fünfundvierzig Lenze zählende Film reif für's Museum? In der high-concept Horrorkomödie von John Landis befinden sich die beiden Freunde David (David Naughton) und Jack (Griffin Dunne) auf einer Trekkingtour durch England. Sie werden des nächtens im Moor von einem Werwolf überfallen. Während Jack über die Wupper geht, laden die Bewohner des nahen Dorfes den schwer verletzten David in einem Londoner Krankenhaus ab. Den Werwolf haben sie vorher netterweise - und so gar nicht zum Selbstschutz - mit ihren Jagdflinten zersiebt. Geschickt nutzen sie die unerwartete Gelegenheit die lästige Werwolfplage permanent aus ihrem Dorf zu dismissen. Darum wird David auch nicht vor Ort gesund gepflegt. Sollen sich doch die Städter mit dem Mistvieh auseinanderset...

Einsamer Wolf im Traumschwund

Auch wenn sich die Lebensjahre langsam aber sicher bedrohlich aufeinander stapeln, wird die Liste der ungesehenen Filme nicht kürzer. Also keine Müdigkeit vorschützen: heute begeben wir uns zum Ende der Ära des New Hollywood und nehmen Michael Manns ersten Kinofilm Thief  (dt. Der Einzelgänger) von 1981 in Augenschein.  Frank (James Caan) saß über eine Dekade ein. Zunächst zwei Jahre wegen eines Raubüberfalls, bei dem er die unglaubliche Summe von vierzig Flocken erbeuten konnte, dann nochmal zusätzliche neun Jahre für einen Totschlag aus Notwehr, den er im Knast beging. Diesem Mann ist nichts geschenkt worden und er ist immer dann am besten dran gewesen, wenn er einfach nur existierte. Damit ist der Zustand gemeint, in dem es ihm egal ist, ob er tot oder lebendig ist, weil er dann nichts mehr zu verlieren hat. Nun in Freiheit wünscht er sich ein bürgerliches Leben mit Frau und Kind, aber frei von finanziellen Sorgen. Diesen Traum beginnt er nach seiner Entlassung in die Tat u...

Der Schlafwandler

"Die Leute fragen mich immer ob ich Tyler Durden kenne." Woran merkt man, dass man so langsam aber sicher ein alter Sack wird? Genau, man fängt an die Jubiläen von Filmen mitzuzählen, die man damals bei Release höchstselbst noch im Kino gesehen hat. Bei Fight Club  füllte sich bereits 2024 das Vierteljahrhundert im Stundenglas. Damit bin ich wie immer ein bisschen zu spät dran, aber was soll's?! Spoilerallergiker werfen am besten drei Shyamalan-Pillen ein und schieben sich ein Boll-Zäpfchen in den Pöter bevor sie weiterlesen. Oder sie schauen sich einfach zunächst den Film an und kommen dann hierher zurück. Denn David Finchers Meisterwerk lohnt sich auch heute noch. Eventuell sogar mehr als damals. "Mit einem Pistolenlauf zwischen den Zähnen bringt man nur noch Vokale heraus." 1999 als die Marketingstrategen gerade hübsch an der Jahr 2000 Hysterie schraubten und uns weismachen wollten, dass uns alle Prozessoren an Silvester um die Ohren fliegen würden, hielt ein...

Klassistisches Double-Feature

    In der Kategorie Zurückgeblickt habe ich heute gleich zwei Empfehlungen auszusprechen. Einen der beiden Filme habe ich erst vor Kurzem zum ersten Mal gesehen, den zweiten nach langer Zeit erneut. Für mich völlig unerwartet haben beide Filme einige Gemeinsamkeiten, weshalb es heute ein Double-Feature gibt. Beim ersten Film handelt es sich um Mord mit kleinen Fehlern (1972) von Joseph L. Mankiewicz. Hier lädt der britische Krimiautor Andrew Wyke (Laurence Olivier) den Friseur Milo Tindle (Michael Caine) zu sich auf sein Landhaus ein. Der auf seine aristokratische Abstammung stolze Wyke fand unlängst heraus, dass Tindle mit seiner Frau ein Verhältnis hat. Statt eines Eifersuchtsdramas macht Wyke ein ungewöhnliches Angebot. Da er seiner Frau überdrüssig sei, eine Scheidung aber unnötig teuer, bietet er Tindle an, einen Einbruch zu inszenieren, bei dem er den wertvollen Schmuck seiner Frau entwenden soll. Ein passender Hehler stünde ebenfalls schon Gewehr bei Fuß und Wyke könn...

"Kill! KILL! KILL! Ah, daiiiii! DAII! KILL!"

Als Harry Tasker (Arnold Braunschweiger) - Computersoftware Saldes Dude bei Tage und Spion bzw. Ein-Mann-Armee bei Nacht - herausfindet, dass seine Frau Helen (Jamie Lee Curtis) möglicherweise fremd geht, zerbricht seine Welt. Er entscheidet ein Sabbat-Jahr einzulegen, schnürt sein Bündel und reist um die Welt. In einem Kloster auf dem Himalaja trifft er nach zahlreichen Abenteuern sein wahres selbst und findet wieder mit seiner Frau zusammen. Endlich hat er sein Leben wieder im Griff. ... Natürlich nicht!  Das ist kein Film für Erwachsene, sondern für Freunde des gepflegten Wegsprengens. Stattdessen missbraucht Tasker die Mittel seiner Organisation Omega Sector, um die fiese Type ausfindig zu machen. Er schnappt sich den Nebenbuhler (Bill Paxton) und Helen mit Hilfe eines Überfallkommandos. Um herauszufinden, ob sie wirklich fremdgegangen ist und ob sie ihren Mann noch liebt, verhört Tasker - wie ein erwachsener Mann das halt so macht - seine Frau. Als klar wird, dass ihr bloß lan...