Direkt zum Hauptbereich

Posts

Posts mit dem Label "Zurückgeblickt" werden angezeigt.

Bei Fuß!

   Nach all dem modernen Kram der letzten Wochen ist es mal wieder an der Zeit einen Film auf die Leinwand zu bringen, der als Kult-Klassiker gilt. Konnte An American Werewolf in London dem Zahn der Zeit widerstehen oder ist der knapp fünfundvierzig Lenze zählende Film reif für's Museum? In der high-concept Horrorkomödie von John Landis befinden sich die beiden Freunde David (David Naughton) und Jack (Griffin Dunne) auf einer Trekkingtour durch England. Sie werden des nächtens im Moor von einem Werwolf überfallen. Während Jack über die Wupper geht, laden die Bewohner des nahen Dorfes den schwer verletzten David in einem Londoner Krankenhaus ab. Den Werwolf haben sie vorher netterweise - und so gar nicht zum Selbstschutz - mit ihren Jagdflinten zersiebt. Geschickt nutzen sie die unerwartete Gelegenheit die lästige Werwolfplage permanent aus ihrem Dorf zu dismissen. Darum wird David auch nicht vor Ort gesund gepflegt. Sollen sich doch die Städter mit dem Mistvieh auseinanderset...

Einsamer Wolf im Traumschwund

Auch wenn sich die Lebensjahre langsam aber sicher bedrohlich aufeinander stapeln, wird die Liste der ungesehenen Filme nicht kürzer. Also keine Müdigkeit vorschützen: heute begeben wir uns zum Ende der Ära des New Hollywood und nehmen Michael Manns ersten Kinofilm Thief  (dt. Der Einzelgänger) von 1981 in Augenschein.  Frank (James Caan) saß über eine Dekade ein. Zunächst zwei Jahre wegen eines Raubüberfalls, bei dem er die unglaubliche Summe von vierzig Flocken erbeuten konnte, dann nochmal zusätzliche neun Jahre für einen Totschlag aus Notwehr, den er im Knast beging. Diesem Mann ist nichts geschenkt worden und er ist immer dann am besten dran gewesen, wenn er einfach nur existierte. Damit ist der Zustand gemeint, in dem es ihm egal ist, ob er tot oder lebendig ist, weil er dann nichts mehr zu verlieren hat. Nun in Freiheit wünscht er sich ein bürgerliches Leben mit Frau und Kind, aber frei von finanziellen Sorgen. Diesen Traum beginnt er nach seiner Entlassung in die Tat u...

Der Schlafwandler

"Die Leute fragen mich immer ob ich Tyler Durden kenne." Woran merkt man, dass man so langsam aber sicher ein alter Sack wird? Genau, man fängt an die Jubiläen von Filmen mitzuzählen, die man damals bei Release höchstselbst noch im Kino gesehen hat. Bei Fight Club  füllte sich bereits 2024 das Vierteljahrhundert im Stundenglas. Damit bin ich wie immer ein bisschen zu spät dran, aber was soll's?! Spoilerallergiker werfen am besten drei Shyamalan-Pillen ein und schieben sich ein Boll-Zäpfchen in den Pöter bevor sie weiterlesen. Oder sie schauen sich einfach zunächst den Film an und kommen dann hierher zurück. Denn David Finchers Meisterwerk lohnt sich auch heute noch. Eventuell sogar mehr als damals. "Mit einem Pistolenlauf zwischen den Zähnen bringt man nur noch Vokale heraus." 1999 als die Marketingstrategen gerade hübsch an der Jahr 2000 Hysterie schraubten und uns weismachen wollten, dass uns alle Prozessoren an Silvester um die Ohren fliegen würden, hielt ein...

Klassistisches Double-Feature

    In der Kategorie Zurückgeblickt habe ich heute gleich zwei Empfehlungen auszusprechen. Einen der beiden Filme habe ich erst vor Kurzem zum ersten Mal gesehen, den zweiten nach langer Zeit erneut. Für mich völlig unerwartet haben beide Filme einige Gemeinsamkeiten, weshalb es heute ein Double-Feature gibt. Beim ersten Film handelt es sich um Mord mit kleinen Fehlern (1972) von Joseph L. Mankiewicz. Hier lädt der britische Krimiautor Andrew Wyke (Laurence Olivier) den Friseur Milo Tindle (Michael Caine) zu sich auf sein Landhaus ein. Der auf seine aristokratische Abstammung stolze Wyke fand unlängst heraus, dass Tindle mit seiner Frau ein Verhältnis hat. Statt eines Eifersuchtsdramas macht Wyke ein ungewöhnliches Angebot. Da er seiner Frau überdrüssig sei, eine Scheidung aber unnötig teuer, bietet er Tindle an, einen Einbruch zu inszenieren, bei dem er den wertvollen Schmuck seiner Frau entwenden soll. Ein passender Hehler stünde ebenfalls schon Gewehr bei Fuß und Wyke könn...

"Kill! KILL! KILL! Ah, daiiiii! DAII! KILL!"

Als Harry Tasker (Arnold Braunschweiger) - Computersoftware Saldes Dude bei Tage und Spion bzw. Ein-Mann-Armee bei Nacht - herausfindet, dass seine Frau Helen (Jamie Lee Curtis) möglicherweise fremd geht, zerbricht seine Welt. Er entscheidet ein Sabbat-Jahr einzulegen, schnürt sein Bündel und reist um die Welt. In einem Kloster auf dem Himalaja trifft er nach zahlreichen Abenteuern sein wahres selbst und findet wieder mit seiner Frau zusammen. Endlich hat er sein Leben wieder im Griff. ... Natürlich nicht!  Das ist kein Film für Erwachsene, sondern für Freunde des gepflegten Wegsprengens. Stattdessen missbraucht Tasker die Mittel seiner Organisation Omega Sector, um die fiese Type ausfindig zu machen. Er schnappt sich den Nebenbuhler (Bill Paxton) und Helen mit Hilfe eines Überfallkommandos. Um herauszufinden, ob sie wirklich fremdgegangen ist und ob sie ihren Mann noch liebt, verhört Tasker - wie ein erwachsener Mann das halt so macht - seine Frau. Als klar wird, dass ihr bloß lan...

Klunkergefühle

Ja, das ist eins der offiziellen Filmplakate gewesen Die Frage, die sich bei alten Werken immer stellt, lautet: halten sie dem heutigen Blick stand? Hat der Zahn der Zeit von einer kümmerlichen Ruine abgesehen überhaupt etwas übrig gelassen? Steht da in meinem Regal eigentlich ein Cringefest oder ist das auch heut noch OK? Oft retten sich Filme von Anno Dunnemals nur durch die Nostalgiebrille in die Gegenwart. Auch wenn ich wieder klingen mag wie ein vorgealtertet Zottelzausel aus dem Altersheim, der vom Krieg erzählt; eins können mir die Schamhaarazubis da draußen glauben: Jeder, der sich Sachen anschaut, die man in Kindheit oder Jugend gefeiert hat, riskiert einen Realitätscheck, der gelegentlich sogar einer Horrorprobe gegen Cthulhu nahe kommt. Da ich unbelehrbar bin, pfeife ich viel zu oft auf den Ratschlag Dinge einfach in guter Erinnerung zu behalten. Unlängst geschehen mit dem 1984er Film  Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten - oder wie er im Original heißt: Romancing the...