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Posts mit dem Label "Film" werden angezeigt.

pugni e calci aglio e olio

  Manchmal kommen die angenehmsten Überraschungen aus der Richtung, die man nicht erwarten würde. Sei es ein deutscher Genrefilm, der überraschend witzig geschrieben ist wie Plan B, scheiß auf Plan A! , ein dystopischer Stop-Motion Film wie Mad God oder der wilde Genremix The Good, the Bad and the Weird aus Südkorea. Filme dieser Kategorie müssen keine Meisterwerke sein, laufen aber oft unter dem Radar und scheinen sich wie aus dem Nichts zu materialisieren. Entweder bereichern sie mit erfrischenden Ideen oder Inszenierungen die Leinwand - oder man hat sie dem Herkunftsland schlicht nicht zugetraut. Zu dieser Kategorie zähle ich den 2025 erschienenen Film The Forbidden City . Die Backpfeifen, Schwinger und Haken austeilenden Terence Hill und Bud Spencer ist man ja gewohnt, aber ein düsterer Martial Arts Film mit kompetenter Inszenierung aus Italien? Das hatte ich ehrlich gesagt nicht auf meiner Bingo Karte stehen. So etwas macht neugierig - und ich wurde nicht enttäuscht.  Zu...

Command to sleep!

Lehrer Ryland Grace befindet sich auf einer Selbstmordmission in den Tiefen des Alls. Eine interstellare Lebensform namens Astrophage hat unsere Sonne befallen. Diese geradezu biblische Plage entzieht dem Himmelskörper langfristig die Energie, wodurch die Erde in eine neue Eiszeit gestürzt werden wird. Da die Phagenplage nicht ein alleiniges Problem der Menschheit darstellt, sondern bereits zig andere Sternensysteme infiziert hat, trifft Grace an seinem Zielort auf ein zweites Raumschiff. Nach dem Erstkontakt mit der steinartigen außerirdischen Lebensform Rocky, müssen die beiden zunächst lernen miteinander zu kommunizieren bevor sie sich gemeinsam an die Entwicklung einer Heilung der Sonnengrippe begeben können. Zeitgeist Als Andy Weirs dritter Roman Der Astronaut (Project Hail Mary) im Frühjahr 2021 erschien, hatte ich besonders mit den Hard-Sci-Fi-Parts im All meine Freude. Die Geschichte von einer Sonneninfektion wirkte wie eine Aufarbeitung des Traumas von Jahr Eins der Coronapan...

Eine Prise für das Empire

  Während der sogenannten Napoleonischen Kriege (1800-1814) bekämpften sich Franzosen und Briten lange Zeit vor allem auf den Weltmeeren. Im Endeffekt handelte es sich um einen Krieg um Kolonien und somit auch Handelswege. Aus dieser Zeit stammen viele der Bilder, die fortan die Phantasie von Geschichtenerzählenden anregten: Große, mächtige Segelschiffe, Kanonenfeuer, brechende Masten, Kaperfahrten, Flauten, stürmische See, erbeutete Schätze, Breitseiten, Skorbut, Piraten und so weiter.   In dieser Ära ist auch Patrick O'Brians Aubrey-Maturin-Romanreihe angesiedelt. Captain Jack Aubrey und sein bester Freund, der Schiffsarzt Dr. Stephen Maturin, umsegeln im Auftrag ihrer Majestät die Welt, um den Willen des Empires auszuführen. Von 1969 bis 2004 erschienen 21 Romane, der letzte wurde posthum veröffentlicht. Der Reihe wird nachgesagt, dass sie historisch sehr akkurat statt romantisierend und vor allem für maritim Interessierte ein Fundus an Detailwissen sei. Da ich bislan...

Hefte und Stifte raus, wir schreiben einen Test!

Ab und zu sticht mich der Hafer und ich führe ein wenig Statistik. Ja, sehr Alman, ich weiß. Immerhin nehm ich mir interessante Objekte vor und... Ok, ok, für MICH interessante Objekte. Zufrieden? - Danke! Da der EU-Release von Kill Bill - The Whole Bloody Affair gerade stattfindet, hab ich mich gefragt: ist der olle Quentin eigentlich erfolgreich genug, dass er es sich erlauben kann so viel Zeit zwischen zwei Filmen zu lassen? Ich meine, nur Tool sind mit ihren Albenreleases noch langsamer. Eine EP und fünf Alben versus neun Tarantino Filme. Der Vergleich bietet sich an, weil Reservoir Dogs und die EP Opiate beide 1992 erschienen sind, man also den gleichen Zeitraum betrachtet. Obendrein befindet sich meine Vorfreude auf ein neues Werk von Tool oder Tarantino auf einem ähnlich hohen Level. Bislang wurde ich von Beiden, wenn überhaupt, auf vergleichbar hohem Niveau enttäuscht, falls ich mal nicht so begeistert war. Daher habe ich mir von den bislang veröffentlichten Filmen des amerik...

When 2 become 1

Wenn eine Beziehung endet wird oft der oder die Schuldige gesucht. Schließlich muss doch jemand die Ursache für das Scheitern sein! Oder nicht?  Es wird gern übersehen, dass für Wohl und Wehe einer Beziehungen immer alle Involvierten verantwortlich sind. An dieser Stelle klammere ich verlassene Prügelknaben, psychische Tricks anwendende Narzisten und dergleichen aus.  - Nur falls jemand in die Kommentare klugzuscheißen gedenkt. - Für die 08/15 Wald- und Wiesenbeziehung gilt die Prämisse. Oft ist mangelnde oder fehlerhafte Kommunikation eine der Hauptursachen für eine Trennung.   Wer nicht in der Lage ist die eigenen Bedürfnisse auszudrücken oder Probleme anzusprechen, um sie gemeinsam zu lösen, wird genausowenig glücklich werden, wie derjenige, dessen Fähigkeit Zuzuhören unzureichend ausgebildet ist. Fehlende Empathie mag auch noch dazukommen. Vermutlich stammt jedoch die eher aus der Unkenntnis des seelischen Innenlebens des Partners. Mancher hat womöglich Angst die...

Neues vom Mann aus Weißblech

  Es gibt Genres, die das Kino ihrer jeweiligen Zeit maßgeblich mitgeprägt haben. Beispielsweise  Screwball Komödien in den 30ern, Film Noir Krimis in den  40ern, Western in den 50ern, zwei Jahrzehnte später waren es unzählige Katastrophenfilme, aber auch das sich weiter entwickelnde Horrorkino. Die Achtziger boten Abenteuer versprühende Blockbuster, gefolgt vom billo CGI-Kino der 90er - Hust, Tiefschlag! - und seit 2008 werden wir vor allem mit Superheldenverfilmungen gequ... ähm, beglückt. Ja, auch ich hatte anfänglich mit vielen Marvel Filmen meine Freude, aber allerspätestens mit Endgame war bei mir die Luft raus. Hätte dieser Film eine Existenz abseits der totalen Grützigkeit gefristet, es wäre mir einfach gefallen, damit ein Filmkapitel zu schließen und es in guter Erinnerung zu behalten. Für mich rangiert das Finale der dritten MCU-Phase jedoch auf einer Höhe mit der desaströsen letzten Game of Thrones Staffel und - Uh, Boy, don't get me started!  Was Marvel...

Ästhetische Sollbruchstellen unter sich

Bist du unzufrieden mit deinem Leben? Alt, verbraucht und schon gut abgehangen? Brennt dein Anblick wie Rauch in den Augen? Heulst du insgeheim deinem unerfahrenen, aber hübscheren Vergangenheits-Ich hinterher? In dem Fall haben wir genau das Richtige für dich! Heißer Shice, der einmal injiziert, ein Wunder bewirkt.  Elisabeth Sparkle (Demi Moore, Ghost, G.I. Jane ) glaubt sie habe sich in eine Netzhautpeitsche verwandelt und würde dringend ein solches Wunder benötigen. Das ist wie mit den Dünnen, die sich für die Dicksten im Raum halten. Die Schauspielerin ist seit Jahrzehnten im Geschäft und beätigt sich aktuell als TV-Fitnesscoach. Elisabeth gilt quasi als Legende in ihrem Fach. Doch der unbarmherzige Zahn der Zeit nagt an jedem. Weil Einschaltquoten leider die einzig gültige Metrik im Biz darstellen, schiebt ihr  Produzent (Dennis Quaid, Enemy Mine, Reise ins Ich ) ihr Format aufs Abstellgleis.    Nachvollziehbar, dass sie mächtig Frust schiebt. Just in dem ...

Klunkergefühle

Ja, das ist eins der offiziellen Filmplakate gewesen Die Frage, die sich bei alten Werken immer stellt, lautet: halten sie dem heutigen Blick stand? Hat der Zahn der Zeit von einer kümmerlichen Ruine abgesehen überhaupt etwas übrig gelassen? Steht da in meinem Regal eigentlich ein Cringefest oder ist das auch heut noch OK? Oft retten sich Filme von Anno Dunnemals nur durch die Nostalgiebrille in die Gegenwart. Auch wenn ich wieder klingen mag wie ein vorgealtertet Zottelzausel aus dem Altersheim, der vom Krieg erzählt; eins können mir die Schamhaarazubis da draußen glauben: Jeder, der sich Sachen anschaut, die man in Kindheit oder Jugend gefeiert hat, riskiert einen Realitätscheck, der gelegentlich sogar einer Horrorprobe gegen Cthulhu nahe kommt. Da ich unbelehrbar bin, pfeife ich viel zu oft auf den Ratschlag Dinge einfach in guter Erinnerung zu behalten. Unlängst geschehen mit dem 1984er Film  Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten - oder wie er im Original heißt: Romancing the...

Beached at a Local's Beach

Als der Surfer (Nicholas Cage) nach vielen Jahren mit seinem Sohn aus den USA in seine alte Heimat in Australien zurückkehrt, muss er feststellen, dass inzwischen eine Surfersekte das Sagen hat. Nur Einheimische dürfen am Strand seiner Jugend surfen und Er ist kein Einheimischer. Somit wird dem Surfer sein Wunsch versagt. Diese Demütigung sitzt tief, zumal er das alte Haus seines Großvaters kaufen will, um wieder zu Hause leben zu können. Irritierenderweise steht die Finanzierung plötzlich auf der Kippe. Da der Surfer ein beharrlicher alter Mann ist, bleibt er gegen alle Widrigkeiten, nimmt den Kampf gegen die Sekte auf und droht dabei sich selbst zu verlieren. Lorcan Finnegans ( Vivarium, Nocebo ) neuster Film wird als Mystery-Thriller gelistet. Eine Kategorisierung, die ich für grundlegend falsch halte, auch wenn Aspekte dieser Genres in The Surfer zu finden sind. Im Grunde handelt es sich um eine satirische Abrechnung mit evangelikalen Sekten.  Es wird eine strikte Trennung zwi...

Der Herr der Ringe - Die Gefährten

Als 2001 der erste Teil von Peter Jacksons der Herr der Ringe Verfilmung im Kino anlief, war ich hyped. Nicht nur hatte ich die Vorlage unzählige Male gelesen, sondern war auch noch ein Fan von Jacksons bisherigen Werken. Ihm traute ich einen schmutzigen Genrefilm zu, der nicht mit Gore geizte. Mir war klar, dass eine 1:1 Umsetzung weder zu erwarten noch sinnvoll war, aber es gab ja schon die Ralph Bakshi Verfilmung. Die hatte zwar einige Probleme, aber der Plot der ersten drei Bücher war relativ gut heruntergedampft worden. Dadurch war alles sehr gehetzt erzählt gewesen, aber die essentiellen Parts waren erhalten geblieben. Jackson hatte für deutlich weniger Plot von nur zwei Büchern immerhin eine gute Stunde mehr Zeit zur Verfügung. Ich war zuversichtlich, dass das funktionieren konnte. Im Kino dann die Enttäuschung. Ja, ich bin einer der wenigen, der sagt: Das ist in der Top-5 der miesesten Romanumsetzungen ganz oben mit dabei. Jahrelang kam man medial um das Thema nicht herum und ...

Go with the Flow

Katze lebt einsam in einem langsam verfallenden Haus, das einst einem Künstler gehört haben muss. Er schnitzte Katzenfiguren und stellte sie vor dem Haus aus. Die Samtpfote ist zufrieden mit ihrem Leben, bis eine Flutwelle sie zwingt ihre Heimstatt zu verlassen. Es schließt sich eine Abenteuerreise auf einem Boot an, auf dem sie sich mit Hunden, Lemuren, einem Capybara und einem Sekretärvogel zusammenraufen muss, um die Katastrophe zu überleben.  Dem Letten Gints Zilbalodis gelang es mit dem kostenfreien 3D Tool Blender einen Animationsfilm zu erschaffen, der einzigartig ist. Die Optik erinnert gleichzeitig an alte Zeichentrickfilme, orientiert sich mit seiner Ästhetik jedoch am Stil von  diversen Indie-Games. Die Gestaltung der wüsten, verlassenen Welt wiederum hat mich immer wieder an Spiele des Studios Team Ico erinnert. Shadow of the Colossus, Ico und The Last Guardian spielten in den Gerippen und Hinterlassenschaften menschlicher Zivilisationen, was ihnen einen melanchol...