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Posts mit dem Label "Videospiele" werden angezeigt.

Felsiges Fantasyepöschen

  Allerspätestens das Spielejahr 2025 hat bewiesen, dass Indie-Studios und kleine Entwickler nicht nur gute, sondern obendrein hochwertig aussehende Videospiele auf den Markt bringen können. Nicht umsonst befanden sich unter den Games Awards Favoriten viele kleine Perlen. On top gab es sich nur wenig Triple-A Konkurrenz auf den Treppchen, was ebenfalls Bände spricht.. Dass am Ende  Clair Obscure: Expedition 33 nahezu alles abräumen musste, war ein wenig schade für all die anderen würdigen Anwärter.     Myrkur Games aus Island hatten es zwar nicht auf die Liste der Nominierten geschafft, veröffentlichten jedoch ebenfalls einen Titel, der schon im Vorfeld aufgrund seiner schönen Grafik auffiel. Echoes of the End  gelang es jedoch nicht im Vorfeld einen Hype zu generieren und ging dann etwas in der Berichterstattung unter, vermutlich aufgrund Spieleflut des zweiten Halbjahres. Wie so oft war es von Vorteil, dass ich erst mit Verzögerung dazu kam mir das Spiel...

Zauberhaftes Würfelhack

Sofern ich es nicht bereits in einem der früheren Einträge erwähnt haben sollte, hole ich das hiermit entweder nach und wiederhole mich nun: ich mag Rollenspiele!  Angefangen habe ich damals mit Attics Nordland-Trilogie von Das Schwarze Auge auf dem 386er, also zu Zeiten als noch Helmut Kohl die Bundesbirne im Kanzleramt gab. Selbstredend habe ich fröhlich darauf losgestümpert und hatte keinen blassen Dunst von dem, was ich da tat. Spaßig war es dennoch. Erst danach habe ich nach und nach auch die Pen&Paper Welt entdeckt. Los ging es mit AD&D , aber vor allem Shadowrun in den Neunzigern. Nach einer längeren Pause hab ich seit 2010 eine feste Spielegruppe, die ähnlich begeistert wie ich bescheuerten Hobbies fröhnt. Egal ob Cthulhu, Shadowrun, Pathfinder, Vampire, Stargate, Warhammer -  Death & Glory, Vaesen, Mörk Borg, Doomtown oder Legend of the Five Rings : bei uns ist Abwechslung King. Während der Pandemie konnte man sich zwar online treffen, aber das war ein...

Wenn sich die Schwelle des Todes als Tunnel herausstellt

  Es gibt Spielegenres, die bereits mehr als einmal für tot erklärt wurden. Point-and-Click-Adventures sind vermutlich die prominentesten Vertreter in dieser Kategorie. Dennoch weigern sie sich hartnäckig dem Siechtum nachzugeben. Hier und dort kommen noch Fortsetzungen bekannter Reihen heraus. 2022 setzte Ron Gilbert seine Monkey Island Serie fort, dieses Jahr bekam Simon the Sorcerer unlängst ein Prequel spendiert.  Obwohl ich mich in den 90ern auf beinahe jedes Adventure-Spiel gestürzt habe, das herauskam, fällt es mir in den letzten Jahrzehnten immer schwerer mich für diese Art Videospiel zu begeistern. Zum Teil liegt es daran, dass mich die Telltale-Evolution des Genres abgestoßen hat oder schlicht der Charme oder der anarchistische Geist der alten Games fehlte. Hinzu kommt, dass ich immer weniger Verständnis dafür habe, mir beim Spielen Textwüsten durchzulesen - ja, auch dann, wenn sie vorgetragen werden. Ich bin durchaus dazu in der Lage komplexe Texte zu konsumieren ...

Feines Samuraifilet

  Sechs Jahre sind vergangen, seit man in Ghost of Tsushima in der Rolle des Samurai Jin Sakai die namensgebende Insel von den marodierenden Mongolenhorden befreien musste. Im Nachfolger darf man als Söldnerin Atsu zu Beginn des 17. Jahrhunderts die Region Ezo rund um den Berg Yōtei sicher machen. Hier sorgen die Yōtei Six seit einiger Zeit für Unruhe. Deren Anführer Saito macht dem dort heimischen Matsumae Clan die Rolle als Herrscher streitig. Atsu steht jedoch nicht im Dienst der Matsumae. Sie ist aus sehr persönlichen Gründen in ihre alte Heimat zurückgekehrt. In ihrer Kindheit überfielen die Yōtei Six ihr Zuhause, schlachteten ihre Familie ab, und ließen sie zum Sterben zurück. Das Erlebnis hat sie nachhaltig verstimmt.  Ghost of Yōtei bietet also eine klassische Rachestory im Setting des feudalen Japan.    Im Vorfeld des Release hat es mal wieder die üblichen Leute getriggert, dass man nicht nur einen anderen Charakter spielen muss, nein! Man hat es obendrein ...

I Love The Smell Of Genocide In The Morning

Wer beim zynischen Titel eine Augenbraue lupft, wird bereits ahnen, dass heute weniger leichte Kost geboten wird. Krieg ist allgegenwärtig. Fast durchgehend wird irgendwo auf dem Planeten gekämpft. Aus religiösen oder ethischen Gründen, um Ressourcen, um eine Ideologie zu etablieren oder aus kleingeistigen Eitelkeiten heraus. Kein Wunder, dass der Krieg© auch in allen Formen der Unterhaltung zum Ausdruck kommt. Musik, Buch, Film und auch in Videospielen. Aber um der Fallout Reihe zu widersprechen: Krieg ist nicht immer gleich. Der Umgang mit dem Thema in Spielen bewegte sich lange Zeit eher auf dem intellektuellen Niveau einer eingeklemmten Vorhaut. Laut, edgy und ganz viel "Murica, f*ck yeah!" - Call of Duty war lange Zeit der Platzhirsch im Shootergenre und gab den Ton vor. Ich hatte mit den Kampagnen durchaus auch meinen Spaß, aber Aktionen wie der Level No Russian in Modern Warfare 2 waren billigste Shocker, um Aufmerksamkeit zu generieren. Solche Nummern fand ich bere...

Herzpockensaison in Eriksholm

Die Stadt Eriksholm wird von einer Seuche heimgesucht. Viele Menschen sterben an der Erkrankung und eine Therapie scheint es nicht zu geben. Zudem deuten sich weitere politische Spannungen an. In dieser höchst nervösen Phase, ist Hanna unlängst von ihrem Infekt mit den Herzpocken genesen, als Polizisten auftauchen und ihren Bruder Herman suchen. Wenn man schon ihm nicht Habhaft werden kann, soll Hanna mit aufs Revier kommen. Aus Angst, dass eine Zelle auch ihr Grab werden könnte, muss sie der Polente entkommen und ihren Bruder suchen.  Ja, es sind wahrhaft paradiesische Zeiten im fiktiven Ort Eriksholm, dessen Design an skandinavische Städte zu Beginn des letzten Jahrhunders erinnern soll. An jedem Ort verströmt das Spiel eine bedrohliche Atmosphäre. Die Stadt wird von Schmutz und Blut zusammengehalten. Es gibt einen starken Kontrast zwischen Arm und Reich, der durch die allgegenwärtige und brutal vorgehende Polizei noch verstärkt wird. In diesem Setting müssen die Spieler Hanna du...

Indy ist tot, es lebe Indy!

Nachdem Indiana Jones in seinem letzten Filmabenteuer von James Mangold dekonstruiert bzw. geradezu hingerichtet worden ist, hatte ich wenig Hoffnung in The Great Circle gesetzt, zumal mich der Titel an Dial of Destiny erinnerte, mit dem Unterschied, dass The Great Circle noch profaner klang.  Gute Nachricht zu Beginn: ich sollte mich täuschen. Der Große Kreis bietet die beste Indy-Geschichte seit langem. Dabei entließ mich der Einstieg noch mit einem unguten Gefühl in die eigentliche Handlung. Man hatte sich entschieden einen Prolog vor den eigentlichen Prolog zu setzen: die erste Sequenz aus dem Film Jäger des verlorenen Schatzes dient hier in einer 1:1 Umsetzung als Tutorial. Nicht falsch verstehen! Das schaut super aus und funktioniert auch grundsätzlich, hat aber mit der restlichen Handlung nullkommanix zu tun und wirkt daher wie ein angetackertes Nostalgiezäpfchen.  Sofort befürchtete ich, der Prolog würde den Standard für die gebotene Kreativlosigkeit im Rest der S...