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Posts mit dem Label "SciFi" werden angezeigt.

Wenn der Kadaver künstlich beatmet wird

High-Concept beschreibt eine Filmidee, die sich kurz und prägnant in einem Satz zusammenfassen lässt. Dadurch lassen sich diese Ideen sehr einfach pitchen. Tiefgehende Charakterentwicklungen oder eine komplexe Handlung stehen einer spannenden, visuell interessanten Umsetzung der simplen Grundidee hintan. Ein Cop bekämpft an Weihnachten Terroristen in einem Hochaus.  oder Agenten einer geheimen intergalaktischen Einreisebehörde versuchen die Existenz von Aliens geheim zu halten.  wären solche Ideen. Im besten Fall fängt der Titel des Films das zugrundeliegende Konzept ebenfalls ein. Jaws , Ghostbusters oder Nightmare on Elm Street wären Beispiele hierfür.  Natürlich existiert auch ein Gegenstück zu dieser Prämisse. Der Low-Concept-Film will die Zuschauenden vor allem über Charakterentwicklungen, atmosphärischen Aufbau und thematischen Tiefgang fesseln.  Matt Reeves letzter Eintrag in das Batman Franchise wäre ein Beispiel für Low Concept. Während man einwenden kann,...

Kanadisches Trash-Dreierlei

Nachdem ich in meiner ursprünglichen Einleitung zu diesem Beitrag komplett eskaliert bin, blieb nur noch die Zweiteilung. Allgemeines zum Thema Trashfilme und wie ich sie rezipiere referierte ich im ersten Part . Kommen wir nun also zum eigentlichen Grund, warum ich überhaupt zu Schreiben angenfangen hatte: Steven Kostanski. Wie bereits letzte Woche erwähnt handelt es sich bei dem kanadischen Filmemacher um ein Multitalent. Der früheste Eintrag, den ich finden konnte, bezieht sich auf den Film Capote von 2005. Dort nahm er als Prosthetics Shop Assistance an der Produktion teil. Dem Thema Masken, Make-Up und Prostetik ist er bis heute treu geblieben. Inzwischen haben sich noch das Drehbuchschreiben, Produzieren und die Regiearbeit hinzugestellt. Ab 2006 begann er selbst Filme zu Drehen. Los ging es mit Kurzfilmen wie F antasy Beyond und Lazer Ghosts 2 . Fünf Jahre später folgte mit Manborg der erste Spielfilm. Bis heute hat er insgesamt sieben Trashfilme umgesetzt, zwei davon in Koop...

Hat er gerade wirklich Müll gesagt!?

Bislang habe ich mich vornehmlich über Filme ausgelassen, welche aus Sicht der Macher als gute, möglicherweise sogar künstlerisch wertvolle Werke betrachtet und rezipiert werden sollen. Nennen wir es der Einfachheit halber Mainstream-Kino. Das bedeutet natürlich nicht, dass diese Werke dann auch gut sind. Beispiel gefällig? 2025 erschien die dümmliche Buddy-Cop-Nummer in der Präsidialausgabe namens  Heads of State . Die Nummer war definitiv ein mittelschwerer Griff ins Klo. Geplant hatte das Team hinter dem Film jedoch sicherlich ein qualitativ höherwertigeres Ergebnis.  Der Kappes mit Josh Hartnett im Actiongehampel Fight or Flight  war da schon eine andere Hausnummer. Der war zwar ebenfalls so unterhaltsam wie eine Blinddarmentzündung, man kann den Machern aber guten Gewissens unterstellen, dass sie realistischere Vorstellungen vom Ergebnis des kreativen Prozesses hatten: Trash.  " OMG! Er hat Trash gesagt und damit meine Lieblingsfilme beleidigt! Ich muss die UN a...

Wenn sich die Schwelle des Todes als Tunnel herausstellt

  Es gibt Spielegenres, die bereits mehr als einmal für tot erklärt wurden. Point-and-Click-Adventures sind vermutlich die prominentesten Vertreter in dieser Kategorie. Dennoch weigern sie sich hartnäckig dem Siechtum nachzugeben. Hier und dort kommen noch Fortsetzungen bekannter Reihen heraus. 2022 setzte Ron Gilbert seine Monkey Island Serie fort, dieses Jahr bekam Simon the Sorcerer unlängst ein Prequel spendiert.  Obwohl ich mich in den 90ern auf beinahe jedes Adventure-Spiel gestürzt habe, das herauskam, fällt es mir in den letzten Jahrzehnten immer schwerer mich für diese Art Videospiel zu begeistern. Zum Teil liegt es daran, dass mich die Telltale-Evolution des Genres abgestoßen hat oder schlicht der Charme oder der anarchistische Geist der alten Games fehlte. Hinzu kommt, dass ich immer weniger Verständnis dafür habe, mir beim Spielen Textwüsten durchzulesen - ja, auch dann, wenn sie vorgetragen werden. Ich bin durchaus dazu in der Lage komplexe Texte zu konsumieren ...

Die rotierenden Gärten von Babylon

Als ich diesen Blog begann hatte ich auch Serienbesprechungen auf der Agenda. Diese sind bislang eher kurz gekommen, was vor allem daran liegt, dass sich mein Fokus in den letzten Jahren wieder auf Filme verschoben hat. Ich habe mir folgende Konstellationen überlegt, die für eine Besprechung Sinn ergeben: 1. abgeschlossene Serien 2. Serien, die mit jeder Staffel abgeschlossen sein könnten 3. Absolute Dumpsterfire, vor denen man warnen muss Eine Kategorie Zwei Serie habe ich bereits im Juli vorgestellt. Slow Horses wird, wie die Bücher, zum Ende hin immer abgeschlossen. Somit wäre eine Absetzung schade, aber nicht weiter tragisch. Heute hab ich einen Kandidaten, der zu den abgeschlossenen Serien gehört und aus mehreren Gründen etwas besonderes ist: Babylon 5 . In der Sci-Fi Serie, die von 1993 bis 1998 produziert wurde, dreht sich alles um eine rotierende Raumstation - ok, der Joke war billig, lag aber nutzlos hier rum. Babylon 5 , so der Name der Station, soll als neutraler Ort fung...