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Posts mit dem Label "Crime" werden angezeigt.

Lifestyle Teilzeithelden

Nachdem ich vor einiger Zeit bereits ausführlich über die Apple TV Serie Slow Horses berichtet habe, kam inzwischen eine weitere Serie basierend auf Romanen des Autors Mick Herron heraus. Ebenfalls bei Apple TV läuft Down Cemetery Road , benannt nach dem ersten Roman der vierteiligen  Zoë Boehm Reihe. Die erschien von 2003-2009, also noch vor der weiterhin laufenden Slow House Buchserie (ab 2010). Nachdem dort auch Staffel fünf wieder furios abgeliefert hat, hatte ich entsprechend hohe Erwartungshaltungen bezüglich Down Cemetary Road . Zu einem guten Teil wurden diese auch erfüllt. Zoë Boehm (Emma Thompson) ist eine Privatdetektivin, deren Ehemann Joe Silverman (Adam Godley) mehr schlecht als recht die gemeinsame Detektei leitet. Eines Tages taucht Sarah Trafford (Ruth Wilson) dort auf. Anstatt wie üblich einem untreuen Ehemann nachspionieren zu lassen, hat sie ein ungewöhnliches Anliegen. Nach einer Gasleitungsexplosion in Sarahs Viertel kamen die Eltern eines kleinen Mädchens um...

Einsamer Wolf im Traumschwund

Auch wenn sich die Lebensjahre langsam aber sicher bedrohlich aufeinander stapeln, wird die Liste der ungesehenen Filme nicht kürzer. Also keine Müdigkeit vorschützen: heute begeben wir uns zum Ende der Ära des New Hollywood und nehmen Michael Manns ersten Kinofilm Thief  (dt. Der Einzelgänger) von 1981 in Augenschein.  Frank (James Caan) saß über eine Dekade ein. Zunächst zwei Jahre wegen eines Raubüberfalls, bei dem er die unglaubliche Summe von vierzig Flocken erbeuten konnte, dann nochmal zusätzliche neun Jahre für einen Totschlag aus Notwehr, den er im Knast beging. Diesem Mann ist nichts geschenkt worden und er ist immer dann am besten dran gewesen, wenn er einfach nur existierte. Damit ist der Zustand gemeint, in dem es ihm egal ist, ob er tot oder lebendig ist, weil er dann nichts mehr zu verlieren hat. Nun in Freiheit wünscht er sich ein bürgerliches Leben mit Frau und Kind, aber frei von finanziellen Sorgen. Diesen Traum beginnt er nach seiner Entlassung in die Tat u...

Wenn sich die Schwelle des Todes als Tunnel herausstellt

  Es gibt Spielegenres, die bereits mehr als einmal für tot erklärt wurden. Point-and-Click-Adventures sind vermutlich die prominentesten Vertreter in dieser Kategorie. Dennoch weigern sie sich hartnäckig dem Siechtum nachzugeben. Hier und dort kommen noch Fortsetzungen bekannter Reihen heraus. 2022 setzte Ron Gilbert seine Monkey Island Serie fort, dieses Jahr bekam Simon the Sorcerer unlängst ein Prequel spendiert.  Obwohl ich mich in den 90ern auf beinahe jedes Adventure-Spiel gestürzt habe, das herauskam, fällt es mir in den letzten Jahrzehnten immer schwerer mich für diese Art Videospiel zu begeistern. Zum Teil liegt es daran, dass mich die Telltale-Evolution des Genres abgestoßen hat oder schlicht der Charme oder der anarchistische Geist der alten Games fehlte. Hinzu kommt, dass ich immer weniger Verständnis dafür habe, mir beim Spielen Textwüsten durchzulesen - ja, auch dann, wenn sie vorgetragen werden. Ich bin durchaus dazu in der Lage komplexe Texte zu konsumieren ...

Machine Head und der Irrelevanten-Report

Wann immer etwas Schreckliches auf der Welt geschieht, stellen die Menschen die nachvollziehbaren Fragen nach dem Wer, Warum und Wieso hat man das nicht verhindert? Gerne wird im Zuge der öffentlichen Diskussion dann der Ruf nach mehr Polizei laut. Die fordert im Anschluss selbstredend, wie viele oftmals sehr konservative Politiker, mehr Ausrüstung zur Überwachung der Bevölkerung ein. Grundrechte sind dabei natürlich im Weg. Besonders wenn wie bei uns anlassloses Datensammeln verboten ist. Über die Qualität der Umsetzung dieses Grundsatzes darf an dieser Stelle freilich diskutiert werden. So nutzen einige Bundesländer bereits Software von Palantir, um große Datenmengen in Ermittlungen auszuwerten. Stellt sich an dieser Stelle die Frage, wo die Daten herkommen und ob deren Vorhaltung überhaupt rechtens ist.  Ich schreibe diese Zeilen übrigens zu einem Zeitpunkt, als man mal wieder die Vorratsdatenspeicherung aus dem Grabe schleift und implementieren will. Man kann ja nur dagegen sei...

Waffenfähiges Grundschulmaterial

Eines Nachts stehen 17 Kinder einer Grundschulklasse um 2:17 auf, verlassen ihre Heime, laufen in die finstere Nacht hinein und waren nie wieder gesehen. Am folgenden Morgen taucht nur ein Schüler in Justine Gandys (Julia Garner) Klasse auf. Alle anderen Stühle bleiben leer. Die Kleinstadt Maybrook, Pennsylvania ist traumatisiert. Alle suchen verzweifelt nach den Kindern und Antworten. Einige aufgebrachte Eltern sehen sofort eine Schuldige: Lehrerin Gandy. Eine Hexenjagd nimmt ihren Anfang und der Horror einer spießigen Kleinstadtgesellschaft entfaltet sich. Allen, die Spaß an Thrillern mit Mystery- und Horrorelementen haben, kann ich Weapons nur wärmstens ans Herz legen. Allerdings muss ich eine kleine Warnung aussprechen, weil der Film häufig als reiner Horrorfilm verkauft wird: der Film ist spannend, hier und da auch gruselig, aber Horror ist nur in geringen Dosen darin. Daher können auch Leute, die um Horrorfilme einen großen Bogen machen zugreifen. Sogar ich hab mich im Kino nich...