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Posts mit dem Label "Movie Review" werden angezeigt.

Rage Against The Machine

Yet again, it's time to watch a Klassiker of Kinogeschichte. Bevor es zu hart cringed, wenden wir uns ohne Umschweife Miloš Formans zweiten US-Film Einer flog über's Kuckucksnest  zu. Wie immer werfen wir bei den richtig alten Schinken einen Blick auf die Aktualität der verhandelten Themen und wie gut die Umsetzung gealtert ist. Also, kann dat wech oder is dat noch watchable? Der Film entstand in der Ära des New Hollywood (1967-1980). Nachdem der strenge Motion Picture Production Code durch ein Altersfreigabesystem ersetzt wurde, endete die auferlegte Epoche der Selbstzenur in Hollywood. Die gewonnene künstlerische Freiheit führte dazu, dass die Filme moralisch ambivalenter. düsterer und realistischer wurden. Endlich konnten Themen wir Sex, Gewalt und Politik, die für manche ohnehin ein und das selbe sind, ohne Maulkorb behandelt werden.  Sodenn haben wir hier einen Protagonisten, der kaum beispielhafter für diese Ära sein könnte: Randle Patrick McMurphy (Jack Nicholson) ist ...

Eine Prise für das Empire

  Während der sogenannten Napoleonischen Kriege (1800-1814) bekämpften sich Franzosen und Briten lange Zeit vor allem auf den Weltmeeren. Im Endeffekt handelte es sich um einen Krieg um Kolonien und somit auch Handelswege. Aus dieser Zeit stammen viele der Bilder, die fortan die Phantasie von Geschichtenerzählenden anregten: Große, mächtige Segelschiffe, Kanonenfeuer, brechende Masten, Kaperfahrten, Flauten, stürmische See, erbeutete Schätze, Breitseiten, Skorbut, Piraten und so weiter.   In dieser Ära ist auch Patrick O'Brians Aubrey-Maturin-Romanreihe angesiedelt. Captain Jack Aubrey und sein bester Freund, der Schiffsarzt Dr. Stephen Maturin, umsegeln im Auftrag ihrer Majestät die Welt, um den Willen des Empires auszuführen. Von 1969 bis 2004 erschienen 21 Romane, der letzte wurde posthum veröffentlicht. Der Reihe wird nachgesagt, dass sie historisch sehr akkurat statt romantisierend und vor allem für maritim Interessierte ein Fundus an Detailwissen sei. Da ich bislan...

Devotes Aufmucken

  Wer als Beifahrer auf einem Sozius (engl. Pillion) Platz nimmt, gibt alle Kontrollmöglichkeiten aus der Hand und legt das eigene Schicksal in die des Fahrers. Das Motorrad steht somit gleichzeitig für die allumfängliche Freiheit des Fahrers als auch für dessen Verantwortung über das Wohlergehen des schutzbedürftigen Begleiters. Damit befinden wir uns bereits mitten in der Handlung des Films Pillion von Harry Lighton. Der verloren und deplatziert wirkende Colin (Harry Melling) trifft nach einem Auftritt mit seiner Gesangsgruppe in einem Pub auf Ray (Alexander Skarsgård). Ein gestandener Mann. Ausgesprochen attraktiv, mit Gesichtszügen wie aus Stein gemeißelt, sich seiner äußeren Qualitäten bewusst und entsprechend selbstsicher in seinem Auftreten. Colin kann sein Glück nicht fassen, als sich ausgerechnet dieses Mannsbild mit ihm treffen will. Mit dem ersten, recht unkonventionell verlaufenden Date beginnt für Colin eine aufregende Zeit, in der er sich selbst und seine Bedürfnisse...

Französische Beißerchen

Vampire im Allgemeinen und Dracula im Speziellen sind Themen, die die Filmschaffenden immer wieder zu Tiefstleistungen anspornen. Es gibt einige wenige herausragende Umsetzungen, wie beispielsweise Bram Stoker's Dracula (1992) von Francis Ford Coppola oder Nosferatu (1922) von Friedrich Wilhelm Murnau. Auch dessen Remake von Werner Herzog aus dem Jahre 1979 finde ich sehr gelungen. Das Meiste ist jedoch erstaunlich mid bis schrecklich unkreativ. Manchmal gönnt man sich eine neue Herangehensweise an den Stoff, was dann dem Vampirgenre einen guten oder zumindest interessanten Eintrag hinzufügt. Interview mit einem Vampir (1994), Fright Night (1985), Renfield (2023), Blade (1998) oder John Carpenter's Vampires (1998) würde ich zu dieser Art Vertreter zählen. Wenn man eine bekannte Geschichte neu interpretiert, sollte das zumindest auf einem Gebiet in einer besonderen Qualität geschehen. Opulente Ausstattung, ungewöhnliche Inszenierung, ein unerwarteter Blickwinkel, aus der ...

When 2 become 1

Wenn eine Beziehung endet wird oft der oder die Schuldige gesucht. Schließlich muss doch jemand die Ursache für das Scheitern sein! Oder nicht?  Es wird gern übersehen, dass für Wohl und Wehe einer Beziehungen immer alle Involvierten verantwortlich sind. An dieser Stelle klammere ich verlassene Prügelknaben, psychische Tricks anwendende Narzisten und dergleichen aus.  - Nur falls jemand in die Kommentare klugzuscheißen gedenkt. - Für die 08/15 Wald- und Wiesenbeziehung gilt die Prämisse. Oft ist mangelnde oder fehlerhafte Kommunikation eine der Hauptursachen für eine Trennung.   Wer nicht in der Lage ist die eigenen Bedürfnisse auszudrücken oder Probleme anzusprechen, um sie gemeinsam zu lösen, wird genausowenig glücklich werden, wie derjenige, dessen Fähigkeit Zuzuhören unzureichend ausgebildet ist. Fehlende Empathie mag auch noch dazukommen. Vermutlich stammt jedoch die eher aus der Unkenntnis des seelischen Innenlebens des Partners. Mancher hat womöglich Angst die...

Bei Fuß!

   Nach all dem modernen Kram der letzten Wochen ist es mal wieder an der Zeit einen Film auf die Leinwand zu bringen, der als Kult-Klassiker gilt. Konnte An American Werewolf in London dem Zahn der Zeit widerstehen oder ist der knapp fünfundvierzig Lenze zählende Film reif für's Museum? In der high-concept Horrorkomödie von John Landis befinden sich die beiden Freunde David (David Naughton) und Jack (Griffin Dunne) auf einer Trekkingtour durch England. Sie werden des nächtens im Moor von einem Werwolf überfallen. Während Jack über die Wupper geht, laden die Bewohner des nahen Dorfes den schwer verletzten David in einem Londoner Krankenhaus ab. Den Werwolf haben sie vorher netterweise - und so gar nicht zum Selbstschutz - mit ihren Jagdflinten zersiebt. Geschickt nutzen sie die unerwartete Gelegenheit die lästige Werwolfplage permanent aus ihrem Dorf zu dismissen. Darum wird David auch nicht vor Ort gesund gepflegt. Sollen sich doch die Städter mit dem Mistvieh auseinanderset...

Die Abschissbirne

Die entfremdeten Halbbrüder Jonny (Jason Momoa) und James Hale (Dave Bautista) müssen sich zusammenraufen, um den Mord an ihrem männlichen Genomspender aufzuklären. Beide eint das schlechte Verhältnis zu ihrem Vater und eine schwierige Kindheit. Im Grunde könnte man sagen: der alte Drecksack wurde verscharrt und hat wahrscheinlich bekommen, was er verdient hatte. Ei drüber schlagen, Bier auf und Prost! Dummerweise rückt den Brüdern der hawaiianische Ableger der Yakuza unangenehm auf die Pelle, weil Jonny einen Datenstick von Pappa Hale zugeschickt bekommen haben soll. Ebenso dumm für die Yakuzahanseln: Jonny ist Polizist in Oklahoma und übt sich in der Straßenprügelfassung des Drunken Master Kampfstils und James ist eine US Navy Robbe. Entsprechend blutig gestaltet sich die zweistündige Bewältigung der Kindheitstraumata. Zwei miteinander im Clinch liegende Dudes, ein Kriminalfall und brachiale Action sind die Grundzutaten einer zünftligen Buddy-Cop-Action-Comedy. Leider gelingt es Regi...

Kanadisches Trash-Dreierlei

Nachdem ich in meiner ursprünglichen Einleitung zu diesem Beitrag komplett eskaliert bin, blieb nur noch die Zweiteilung. Allgemeines zum Thema Trashfilme und wie ich sie rezipiere referierte ich im ersten Part . Kommen wir nun also zum eigentlichen Grund, warum ich überhaupt zu Schreiben angenfangen hatte: Steven Kostanski. Wie bereits letzte Woche erwähnt handelt es sich bei dem kanadischen Filmemacher um ein Multitalent. Der früheste Eintrag, den ich finden konnte, bezieht sich auf den Film Capote von 2005. Dort nahm er als Prosthetics Shop Assistance an der Produktion teil. Dem Thema Masken, Make-Up und Prostetik ist er bis heute treu geblieben. Inzwischen haben sich noch das Drehbuchschreiben, Produzieren und die Regiearbeit hinzugestellt. Ab 2006 begann er selbst Filme zu Drehen. Los ging es mit Kurzfilmen wie F antasy Beyond und Lazer Ghosts 2 . Fünf Jahre später folgte mit Manborg der erste Spielfilm. Bis heute hat er insgesamt sieben Trashfilme umgesetzt, zwei davon in Koop...

Einsamer Wolf im Traumschwund

Auch wenn sich die Lebensjahre langsam aber sicher bedrohlich aufeinander stapeln, wird die Liste der ungesehenen Filme nicht kürzer. Also keine Müdigkeit vorschützen: heute begeben wir uns zum Ende der Ära des New Hollywood und nehmen Michael Manns ersten Kinofilm Thief  (dt. Der Einzelgänger) von 1981 in Augenschein.  Frank (James Caan) saß über eine Dekade ein. Zunächst zwei Jahre wegen eines Raubüberfalls, bei dem er die unglaubliche Summe von vierzig Flocken erbeuten konnte, dann nochmal zusätzliche neun Jahre für einen Totschlag aus Notwehr, den er im Knast beging. Diesem Mann ist nichts geschenkt worden und er ist immer dann am besten dran gewesen, wenn er einfach nur existierte. Damit ist der Zustand gemeint, in dem es ihm egal ist, ob er tot oder lebendig ist, weil er dann nichts mehr zu verlieren hat. Nun in Freiheit wünscht er sich ein bürgerliches Leben mit Frau und Kind, aber frei von finanziellen Sorgen. Diesen Traum beginnt er nach seiner Entlassung in die Tat u...

Der Schlafwandler

"Die Leute fragen mich immer ob ich Tyler Durden kenne." Woran merkt man, dass man so langsam aber sicher ein alter Sack wird? Genau, man fängt an die Jubiläen von Filmen mitzuzählen, die man damals bei Release höchstselbst noch im Kino gesehen hat. Bei Fight Club  füllte sich bereits 2024 das Vierteljahrhundert im Stundenglas. Damit bin ich wie immer ein bisschen zu spät dran, aber was soll's?! Spoilerallergiker werfen am besten drei Shyamalan-Pillen ein und schieben sich ein Boll-Zäpfchen in den Pöter bevor sie weiterlesen. Oder sie schauen sich einfach zunächst den Film an und kommen dann hierher zurück. Denn David Finchers Meisterwerk lohnt sich auch heute noch. Eventuell sogar mehr als damals. "Mit einem Pistolenlauf zwischen den Zähnen bringt man nur noch Vokale heraus." 1999 als die Marketingstrategen gerade hübsch an der Jahr 2000 Hysterie schraubten und uns weismachen wollten, dass uns alle Prozessoren an Silvester um die Ohren fliegen würden, hielt ein...