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Kanadisches Trash-Dreierlei

Nachdem ich in meiner ursprünglichen Einleitung zu diesem Beitrag komplett eskaliert bin, blieb nur noch die Zweiteilung. Allgemeines zum Thema Trashfilme und wie ich sie rezipiere referierte ich im ersten Part . Kommen wir nun also zum eigentlichen Grund, warum ich überhaupt zu Schreiben angenfangen hatte: Steven Kostanski. Wie bereits letzte Woche erwähnt handelt es sich bei dem kanadischen Filmemacher um ein Multitalent. Der früheste Eintrag, den ich finden konnte, bezieht sich auf den Film Capote von 2005. Dort nahm er als Prosthetics Shop Assistance an der Produktion teil. Dem Thema Masken, Make-Up und Prostetik ist er bis heute treu geblieben. Inzwischen haben sich noch das Drehbuchschreiben, Produzieren und die Regiearbeit hinzugestellt. Ab 2006 begann er selbst Filme zu Drehen. Los ging es mit Kurzfilmen wie F antasy Beyond und Lazer Ghosts 2 . Fünf Jahre später folgte mit Manborg der erste Spielfilm. Bis heute hat er insgesamt sieben Trashfilme umgesetzt, zwei davon in Koop...
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Hat er gerade wirklich Müll gesagt!?

Bislang habe ich mich vornehmlich über Filme ausgelassen, welche aus Sicht der Macher als gute, möglicherweise sogar künstlerisch wertvolle Werke betrachtet und rezipiert werden sollen. Nennen wir es der Einfachheit halber Mainstream-Kino. Das bedeutet natürlich nicht, dass diese Werke dann auch gut sind. Beispiel gefällig? 2025 erschien die dümmliche Buddy-Cop-Nummer in der Präsidialausgabe namens  Heads of State . Die Nummer war definitiv ein mittelschwerer Griff ins Klo. Geplant hatte das Team hinter dem Film jedoch sicherlich ein qualitativ höherwertigeres Ergebnis.  Der Kappes mit Josh Hartnett im Actiongehampel Fight or Flight  war da schon eine andere Hausnummer. Der war zwar ebenfalls so unterhaltsam wie eine Blinddarmentzündung, man kann den Machern aber guten Gewissens unterstellen, dass sie realistischere Vorstellungen vom Ergebnis des kreativen Prozesses hatten: Trash.  " OMG! Er hat Trash gesagt und damit meine Lieblingsfilme beleidigt! Ich muss die UN a...

Zauberhaftes Würfelhack

Sofern ich es nicht bereits in einem der früheren Einträge erwähnt haben sollte, hole ich das hiermit entweder nach und wiederhole mich nun: ich mag Rollenspiele!  Angefangen habe ich damals mit Attics Nordland-Trilogie von Das Schwarze Auge auf dem 386er, also zu Zeiten als noch Helmut Kohl die Bundesbirne im Kanzleramt gab. Selbstredend habe ich fröhlich darauf losgestümpert und hatte keinen blassen Dunst von dem, was ich da tat. Spaßig war es dennoch. Erst danach habe ich nach und nach auch die Pen&Paper Welt entdeckt. Los ging es mit AD&D , aber vor allem Shadowrun in den Neunzigern. Nach einer längeren Pause hab ich seit 2010 eine feste Spielegruppe, die ähnlich begeistert wie ich bescheuerten Hobbies fröhnt. Egal ob Cthulhu, Shadowrun, Pathfinder, Vampire, Stargate, Warhammer -  Death & Glory, Vaesen, Mörk Borg, Doomtown oder Legend of the Five Rings : bei uns ist Abwechslung King. Während der Pandemie konnte man sich zwar online treffen, aber das war ein...

Bildungslücke, die

Da wir noch früh im Januar sind, sollten bei vielen Leuten die Neujahrsvorsätze nicht allzu stark abgehangen sein. Vielleicht haben sich ja einige vorgenommen ihren Horizont zu erweitern, sind aber noch auf der Suche nach konkreten Bildungslücken, die gefüllt werden wollen. Daher spreche ich heute ausnahmsweise einige Sachbuchempfehlungen aus. Ja, ich weiß, dass es in diesem Blog eigentlich um Eskapismus, also Fiktion geht. Die drei Bücher Preußen , Frühling der Revolution  und Die Schlafwandler  von Christopher Clark bieten jedoch eine derartige Fülle an historischen Fakten auf, dass man sie mir auch als fiktive Geschichten hätte verkaufen können. Nein, man taucht mit diesen Werken nicht in die Welt eines Schwurblers ein, der bekannte Realitäten komplett auf den Kopf stellt, weil die bisherigen Fakten Fiktion und Fiktion eigentlich die Fakten sind.    Um mal nur für mich zu sprechen: Mein bisheriges Allgemeinwissen über die Geschichte Preußens und die europäisc...

Einsamer Wolf im Traumschwund

Auch wenn sich die Lebensjahre langsam aber sicher bedrohlich aufeinander stapeln, wird die Liste der ungesehenen Filme nicht kürzer. Also keine Müdigkeit vorschützen: heute begeben wir uns zum Ende der Ära des New Hollywood und nehmen Michael Manns ersten Kinofilm Thief  (dt. Der Einzelgänger) von 1981 in Augenschein.  Frank (James Caan) saß über eine Dekade ein. Zunächst zwei Jahre wegen eines Raubüberfalls, bei dem er die unglaubliche Summe von vierzig Flocken erbeuten konnte, dann nochmal zusätzliche neun Jahre für einen Totschlag aus Notwehr, den er im Knast beging. Diesem Mann ist nichts geschenkt worden und er ist immer dann am besten dran gewesen, wenn er einfach nur existierte. Damit ist der Zustand gemeint, in dem es ihm egal ist, ob er tot oder lebendig ist, weil er dann nichts mehr zu verlieren hat. Nun in Freiheit wünscht er sich ein bürgerliches Leben mit Frau und Kind, aber frei von finanziellen Sorgen. Diesen Traum beginnt er nach seiner Entlassung in die Tat u...

Die Serie mit Chris O'Dowd, deren Namen ich mir ums Verrecken nicht merken kann

... The Big Door Prize...  Himmelarschundzwirn! Es gibt Namen, die man sich nicht in Erinnerung rufen kann, selbst wenn das eigene Leben davon abhinge. Hielte man mir eine Pistole an die Stirn und würde verlangen den Namen der belanglosesten Bewegtbildproduktion zu nennen, die ich 2025 gesehen habe, ich würde sagen: "Drück ab! Das wird nix mehr." Kein Scherz! Ich musste den Namen zunächst nochmal in der Suchmaschine finden, nur um gerade eben erneut zur ersten Zeile dieses Textes zu schielen, weil ich mir bereits nicht mehr sicher war. Funfact am Rande: während ich am Text arbeitete, kam meine Frau kurz rein und wollte wissen, um was es diesmal gehen würde. "Die Chris O'Dowd Serie, die wir geschaut haben." , antwortete ich ihr, worauf sie die Stirn in Falten zog und beim Rausgehen meinte, dass sie sich den Titel der Show Null merken kann. Immerhin bin ich nicht allein mit dem Problem.  Das finale Verdikt habe ich bereits gespoilert, also schleichen wir direkt zu...

Wenn sich die Schwelle des Todes als Tunnel herausstellt

  Es gibt Spielegenres, die bereits mehr als einmal für tot erklärt wurden. Point-and-Click-Adventures sind vermutlich die prominentesten Vertreter in dieser Kategorie. Dennoch weigern sie sich hartnäckig dem Siechtum nachzugeben. Hier und dort kommen noch Fortsetzungen bekannter Reihen heraus. 2022 setzte Ron Gilbert seine Monkey Island Serie fort, dieses Jahr bekam Simon the Sorcerer unlängst ein Prequel spendiert.  Obwohl ich mich in den 90ern auf beinahe jedes Adventure-Spiel gestürzt habe, das herauskam, fällt es mir in den letzten Jahrzehnten immer schwerer mich für diese Art Videospiel zu begeistern. Zum Teil liegt es daran, dass mich die Telltale-Evolution des Genres abgestoßen hat oder schlicht der Charme oder der anarchistische Geist der alten Games fehlte. Hinzu kommt, dass ich immer weniger Verständnis dafür habe, mir beim Spielen Textwüsten durchzulesen - ja, auch dann, wenn sie vorgetragen werden. Ich bin durchaus dazu in der Lage komplexe Texte zu konsumieren ...