Die zwischen 2009 und 2014 veröffentlichte Känguru Trilogie von Marc Uwe Kling hab ich vor über einer Dekade in der Hörbuchfassung konsumiert und ehrlich gesagt auch sehr genossen. Das Konzept und die Geschichten waren erfrischend anders, gegen den Strich gebürstet, anarchisch und prangerten auf unterhaltsame Weise Missstände im System an. Insbesondere neoliberale Player und Strukturen wurden pointiert aufs Korn genommen. Also der Sauhaufen, der uns die aktuellen Probleme zum wesentlichen Teil mitbeschert haben. Nebenher konnte man sich aus den unterhaltsamen Geschichten sogar das eine oder andere mitnehmen. 2018 wurde ein vierter Band, die Känguru Apokryphen nachgeschoben. Den hatte ich ausgelassen, da die eigentliche Geschichte auserzählt war und ich wenig Lust auf einen Band voller B-Sides hatte, mit dem man noch ein bisschen Geld aus den Taschen leiern wollte. Wirkte halt wie ein posthum veröffentlichtes Album, das nie vollendet worden war. Unlängst wurde die Känguru Reb...
Yet again, it's time to watch a Klassiker of Kinogeschichte. Bevor es zu hart cringed, wenden wir uns ohne Umschweife Miloš Formans zweiten US-Film Einer flog über's Kuckucksnest zu. Wie immer werfen wir bei den richtig alten Schinken einen Blick auf die Aktualität der verhandelten Themen und wie gut die Umsetzung gealtert ist. Also, kann dat wech oder is dat noch watchable? Der Film entstand in der Ära des New Hollywood (1967-1980). Nachdem der strenge Motion Picture Production Code durch ein Altersfreigabesystem ersetzt wurde, endete die auferlegte Epoche der Selbstzenur in Hollywood. Die gewonnene künstlerische Freiheit führte dazu, dass die Filme moralisch ambivalenter. düsterer und realistischer wurden. Endlich konnten Themen wir Sex, Gewalt und Politik, die für manche ohnehin ein und das selbe sind, ohne Maulkorb behandelt werden. Sodenn haben wir hier einen Protagonisten, der kaum beispielhafter für diese Ära sein könnte: Randle Patrick McMurphy (Jack Nicholson) ist ...