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Ein Jahr und kein bisschen weise

Ein Jahr ist vergangen seit dem Start dieses Blogs. Ein guter Zeitpunkt die letzten zwölf Monate Revue passieren zu lassen. Da ich zu faul bin, alles selbst zu machen, hat mir LeChat von Mistral in dem Punkt unter die Arme gegriffen. Vielleicht sollte ich besser sagen, dass mir Mistral eher in den Arm gefallen ist. Besondere Schläue beim Zählen kann ich dem LLM jedenfalls nicht unterstellen. Wozu nochmal werden die derzeit so gepusht?! - Anyway! Es ist mir tatsächlich gelungen 52 Beiträge rauszuhauen - also durchschnittlich 4,3 im Monat. Dabei schaut die Themenverteilung folgendermaßen aus: Filme - 31 Beiträge Serien - 8 Beiträge Sonstiges (Realtalk, Sachbuch etc) - 7 Beiträge Videospiele - 6 Beiträge  Horror, Trash, Sci-Fi und ältere Filme standen dabei im Fokus. Das kürzeste Review war das zum Filmunfall Fight or Flight  mit knapp 700 Worten, das längste mit etwa 5.100 die erste der drei spöttischen  Herr der Ringe Retrospektiven. Mit etwas Abstand hierzu stehen die So...
Letzte Posts

Command to sleep!

Lehrer Ryland Grace befindet sich auf einer Selbstmordmission in den Tiefen des Alls. Eine interstellare Lebensform namens Astrophage hat unsere Sonne befallen. Diese geradezu biblische Plage entzieht dem Himmelskörper langfristig die Energie, wodurch die Erde in eine neue Eiszeit gestürzt werden wird. Da die Phagenplage nicht ein alleiniges Problem der Menschheit darstellt, sondern bereits zig andere Sternensysteme infiziert hat, trifft Grace an seinem Zielort auf ein zweites Raumschiff. Nach dem Erstkontakt mit der steinartigen außerirdischen Lebensform Rocky, müssen die beiden zunächst lernen miteinander zu kommunizieren bevor sie sich gemeinsam an die Entwicklung einer Heilung der Sonnengrippe begeben können. Zeitgeist Als Andy Weirs dritter Roman Der Astronaut (Project Hail Mary) im Frühjahr 2021 erschien, hatte ich besonders mit den Hard-Sci-Fi-Parts im All meine Freude. Die Geschichte von einer Sonneninfektion wirkte wie eine Aufarbeitung des Traumas von Jahr Eins der Coronapan...

Ihr seid ja alle Crank!

Jajaja, mordsmäßiger Joke, ich weiß. Den hat noch niemand gebracht, wenn es um Mark Nelvedins und Brian Taylors Brainrot-Actionfilmduett Crank geht. Zweitausendsechs und Neun kamen die ersten beiden Teile einer nie vollendeten Trilogie ins Kino, um die Zuschauenden auf High-Speed am Nasenring durch die Manege zu schleifen. Hach, es ist tragisch, dass wir nie das Ende dieser unglaublich epischen Handlung erleben werden.  Öhm, worum ging es eigentlich nochmal? Chev Chelios ist ein Profikiller, der sich mit den Falschen angelegt hat. Soweit so passend für das Jason Statham Portfolio aus ehemaligen Söldnern, Agenten und Freizeit-Ein-Mann-Armeen, die ihre Superkräfte mit dem Seepferdchenabzeichen beim DLRG, dem Verlaufen im Wald mit den Pfadfindern, dem Durchführen einer Rochade im Schachclub oder beim Mixen eines London Mule bei den Anonymen Knochenbrechern erworben haben. Irgendwie ist es passend, dass er sich bereits vor zwanzig Jahren selbst parodiert hat, also bevor er ein Klischee...

Another Preach to the Choir

Die zwischen 2009 und 2014 veröffentlichte Känguru Trilogie von Marc Uwe Kling hab ich vor über einer Dekade in der Hörbuchfassung konsumiert und ehrlich gesagt auch sehr genossen. Das Konzept und die Geschichten waren erfrischend anders, gegen den Strich gebürstet, anarchisch und prangerten auf unterhaltsame Weise Missstände im System an. Insbesondere neoliberale Player und Strukturen wurden pointiert aufs Korn genommen. Also der Sauhaufen, der uns die aktuellen Probleme zum wesentlichen Teil mitbeschert haben. Nebenher konnte man sich aus den unterhaltsamen Geschichten sogar das eine oder andere mitnehmen.  2018 wurde ein vierter Band, die Känguru Apokryphen nachgeschoben. Den hatte ich ausgelassen, da die eigentliche Geschichte auserzählt war und ich wenig Lust auf einen Band voller B-Sides hatte, mit dem man noch ein bisschen Geld aus den Taschen leiern wollte. Wirkte halt wie ein posthum veröffentlichtes Album, das nie vollendet worden war.  Unlängst wurde die Känguru Reb...

Rage Against The Machine

Yet again, it's time to watch a Klassiker of Kinogeschichte. Bevor es zu hart cringed, wenden wir uns ohne Umschweife Miloš Formans zweiten US-Film Einer flog über's Kuckucksnest  zu. Wie immer werfen wir bei den richtig alten Schinken einen Blick auf die Aktualität der verhandelten Themen und wie gut die Umsetzung gealtert ist. Also, kann dat wech oder is dat noch watchable? Der Film entstand in der Ära des New Hollywood (1967-1980). Nachdem der strenge Motion Picture Production Code durch ein Altersfreigabesystem ersetzt wurde, endete die auferlegte Epoche der Selbstzenur in Hollywood. Die gewonnene künstlerische Freiheit führte dazu, dass die Filme moralisch ambivalenter. düsterer und realistischer wurden. Endlich konnten Themen wir Sex, Gewalt und Politik, die für manche ohnehin ein und das selbe sind, ohne Maulkorb behandelt werden.  Sodenn haben wir hier einen Protagonisten, der kaum beispielhafter für diese Ära sein könnte: Randle Patrick McMurphy (Jack Nicholson) ist ...

Eine Prise für das Empire

  Während der sogenannten Napoleonischen Kriege (1800-1814) bekämpften sich Franzosen und Briten lange Zeit vor allem auf den Weltmeeren. Im Endeffekt handelte es sich um einen Krieg um Kolonien und somit auch Handelswege. Aus dieser Zeit stammen viele der Bilder, die fortan die Phantasie von Geschichtenerzählenden anregten: Große, mächtige Segelschiffe, Kanonenfeuer, brechende Masten, Kaperfahrten, Flauten, stürmische See, erbeutete Schätze, Breitseiten, Skorbut, Piraten und so weiter.   In dieser Ära ist auch Patrick O'Brians Aubrey-Maturin-Romanreihe angesiedelt. Captain Jack Aubrey und sein bester Freund, der Schiffsarzt Dr. Stephen Maturin, umsegeln im Auftrag ihrer Majestät die Welt, um den Willen des Empires auszuführen. Von 1969 bis 2004 erschienen 21 Romane, der letzte wurde posthum veröffentlicht. Der Reihe wird nachgesagt, dass sie historisch sehr akkurat statt romantisierend und vor allem für maritim Interessierte ein Fundus an Detailwissen sei. Da ich bislan...

Devotes Aufmucken

  Wer als Beifahrer auf einem Sozius (engl. Pillion) Platz nimmt, gibt alle Kontrollmöglichkeiten aus der Hand und legt das eigene Schicksal in die des Fahrers. Das Motorrad steht somit gleichzeitig für die allumfängliche Freiheit des Fahrers als auch für dessen Verantwortung über das Wohlergehen des schutzbedürftigen Begleiters. Damit befinden wir uns bereits mitten in der Handlung des Films Pillion von Harry Lighton. Der verloren und deplatziert wirkende Colin (Harry Melling) trifft nach einem Auftritt mit seiner Gesangsgruppe in einem Pub auf Ray (Alexander Skarsgård). Ein gestandener Mann. Ausgesprochen attraktiv, mit Gesichtszügen wie aus Stein gemeißelt, sich seiner äußeren Qualitäten bewusst und entsprechend selbstsicher in seinem Auftreten. Colin kann sein Glück nicht fassen, als sich ausgerechnet dieses Mannsbild mit ihm treffen will. Mit dem ersten, recht unkonventionell verlaufenden Date beginnt für Colin eine aufregende Zeit, in der er sich selbst und seine Bedürfnisse...