Direkt zum Hauptbereich

Posts

Wenn der Kadaver künstlich beatmet wird

High-Concept beschreibt eine Filmidee, die sich kurz und prägnant in einem Satz zusammenfassen lässt. Dadurch lassen sich diese Ideen sehr einfach pitchen. Tiefgehende Charakterentwicklungen oder eine komplexe Handlung stehen einer spannenden, visuell interessanten Umsetzung der simplen Grundidee hintan. Ein Cop bekämpft an Weihnachten Terroristen in einem Hochaus.  oder Agenten einer geheimen intergalaktischen Einreisebehörde versuchen die Existenz von Aliens geheim zu halten.  wären solche Ideen. Im besten Fall fängt der Titel des Films das zugrundeliegende Konzept ebenfalls ein. Jaws , Ghostbusters oder Nightmare on Elm Street wären Beispiele hierfür.  Natürlich existiert auch ein Gegenstück zu dieser Prämisse. Der Low-Concept-Film will die Zuschauenden vor allem über Charakterentwicklungen, atmosphärischen Aufbau und thematischen Tiefgang fesseln.  Matt Reeves letzter Eintrag in das Batman Franchise wäre ein Beispiel für Low Concept. Während man einwenden kann,...
Letzte Posts

Der Star Dreck unter den Fingernägeln

So etwa ab Mitte der Zwanzigzehner Jahre begann in den USA ein Shift in der Produktion von Fortsetzungen bekannter Franchises, die vor allem eins gemeinsam haben: Dekonstruktion und mutwilliges Herumtrampeln auf dem Originalmaterial. Quasi als verhöhnende Entschuldigung wurden gleichzeitig die Memberberries-Maschinengewehre durchgeladen und abgefeuert.    "Sehet die Dinge, die ihr von früheren Tagen kennt! Jetzt liebet unsere Darreichungen zu euren kulturellen Favoriten!"  Dazu zähle ich unter anderem Star Wars, Star Trek, Doctor Who, Alien, Ghostbusters, The Witcher oder auch Umbrella Academy . Die beiden Letztgenannten gab es zuvor nur in Form von Büchern und Videospielen bzw einer sehr kurzen Comicbuchreihe. Das Prinzip war hier aber das Gleiche. Zur Beantwortung der Frage nach dem Warum kann ich nur Spekulieren. Obwohl hier und dort immer wieder Ansätze interessanter Ideen hervorlugen, vermute ich eine Mischung aus folgenden Zutaten: Unkenntnis der Vorlage bzw Unvers...

Felsiges Fantasyepöschen

  Allerspätestens das Spielejahr 2025 hat bewiesen, dass Indie-Studios und kleine Entwickler nicht nur gute, sondern obendrein hochwertig aussehende Videospiele auf den Markt bringen können. Nicht umsonst befanden sich unter den Games Awards Favoriten viele kleine Perlen. On top gab es sich nur wenig Triple-A Konkurrenz auf den Treppchen, was ebenfalls Bände spricht.. Dass am Ende  Clair Obscure: Expedition 33 nahezu alles abräumen musste, war ein wenig schade für all die anderen würdigen Anwärter.     Myrkur Games aus Island hatten es zwar nicht auf die Liste der Nominierten geschafft, veröffentlichten jedoch ebenfalls einen Titel, der schon im Vorfeld aufgrund seiner schönen Grafik auffiel. Echoes of the End  gelang es jedoch nicht im Vorfeld einen Hype zu generieren und ging dann etwas in der Berichterstattung unter, vermutlich aufgrund Spieleflut des zweiten Halbjahres. Wie so oft war es von Vorteil, dass ich erst mit Verzögerung dazu kam mir das Spiel...

Kanadisches Trash-Dreierlei

Nachdem ich in meiner ursprünglichen Einleitung zu diesem Beitrag komplett eskaliert bin, blieb nur noch die Zweiteilung. Allgemeines zum Thema Trashfilme und wie ich sie rezipiere referierte ich im ersten Part . Kommen wir nun also zum eigentlichen Grund, warum ich überhaupt zu Schreiben angenfangen hatte: Steven Kostanski. Wie bereits letzte Woche erwähnt handelt es sich bei dem kanadischen Filmemacher um ein Multitalent. Der früheste Eintrag, den ich finden konnte, bezieht sich auf den Film Capote von 2005. Dort nahm er als Prosthetics Shop Assistance an der Produktion teil. Dem Thema Masken, Make-Up und Prostetik ist er bis heute treu geblieben. Inzwischen haben sich noch das Drehbuchschreiben, Produzieren und die Regiearbeit hinzugestellt. Ab 2006 begann er selbst Filme zu Drehen. Los ging es mit Kurzfilmen wie F antasy Beyond und Lazer Ghosts 2 . Fünf Jahre später folgte mit Manborg der erste Spielfilm. Bis heute hat er insgesamt sieben Trashfilme umgesetzt, zwei davon in Koop...

Hat er gerade wirklich Müll gesagt!?

Bislang habe ich mich vornehmlich über Filme ausgelassen, welche aus Sicht der Macher als gute, möglicherweise sogar künstlerisch wertvolle Werke betrachtet und rezipiert werden sollen. Nennen wir es der Einfachheit halber Mainstream-Kino. Das bedeutet natürlich nicht, dass diese Werke dann auch gut sind. Beispiel gefällig? 2025 erschien die dümmliche Buddy-Cop-Nummer in der Präsidialausgabe namens  Heads of State . Die Nummer war definitiv ein mittelschwerer Griff ins Klo. Geplant hatte das Team hinter dem Film jedoch sicherlich ein qualitativ höherwertigeres Ergebnis.  Der Kappes mit Josh Hartnett im Actiongehampel Fight or Flight  war da schon eine andere Hausnummer. Der war zwar ebenfalls so unterhaltsam wie eine Blinddarmentzündung, man kann den Machern aber guten Gewissens unterstellen, dass sie realistischere Vorstellungen vom Ergebnis des kreativen Prozesses hatten: Trash.  " OMG! Er hat Trash gesagt und damit meine Lieblingsfilme beleidigt! Ich muss die UN a...

Zauberhaftes Würfelhack

Sofern ich es nicht bereits in einem der früheren Einträge erwähnt haben sollte, hole ich das hiermit entweder nach und wiederhole mich nun: ich mag Rollenspiele!  Angefangen habe ich damals mit Attics Nordland-Trilogie von Das Schwarze Auge auf dem 386er, also zu Zeiten als noch Helmut Kohl die Bundesbirne im Kanzleramt gab. Selbstredend habe ich fröhlich darauf losgestümpert und hatte keinen blassen Dunst von dem, was ich da tat. Spaßig war es dennoch. Erst danach habe ich nach und nach auch die Pen&Paper Welt entdeckt. Los ging es mit AD&D , aber vor allem Shadowrun in den Neunzigern. Nach einer längeren Pause hab ich seit 2010 eine feste Spielegruppe, die ähnlich begeistert wie ich bescheuerten Hobbies fröhnt. Egal ob Cthulhu, Shadowrun, Pathfinder, Vampire, Stargate, Warhammer -  Death & Glory, Vaesen, Mörk Borg, Doomtown oder Legend of the Five Rings : bei uns ist Abwechslung King. Während der Pandemie konnte man sich zwar online treffen, aber das war ein...