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Maulschellen en gros

Nachdem ich in der letzten Woche meine Begeisterung für Martial Arts im Allgemeinen und für alte Hong Kong Actionkomödien im Speziellen zum Ausdruck gebracht habe, ist es an der Zeit auf einige Vertreter den Scheinwerfer auszurichten. Für fast alle Filme des Genres gilt, dass sie mit ein paar Freunden gleich doppelt so lustig werden. Im Gegensatz zu SchleFaZ ist dafür noch nicht einmal Alkohol vonnöten.  Los geht es mit den beiden Filmen, die mir unlängst in die Finger geraten sind. Ich hab keine Ahnung wie ich die bislang übersehen konnte. Operation Eastern Condors Lasst uns an den März 1973 erinnern. Nach langen Jahren zermürbender Kriegsführung gegen den Vietcong, zogen sich die Amis aus dem Vietnam zurück und nahmen ihr Geraffel mit. Alles Geraffel? Nein! Ein unterirdischer Raketenbunker voller Waffen verblieb in Nam. Als das den verantwortlichen Offizieren bei einer Zigarettenpause wieder einfiel, war klar: "Dat kann so nich bleiben tun!"  Damit der Vietcong die Waffen ...
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Treffen sich zwei Chinesen in einer Kneipe - Schlägerei!

Ich hab eine ausgeprägte Schwäche für Be- und Verklopptes aus Fernost. Während ich mit Bollywood bislang so gar nichts anfangen konnte, hat das Kino aus Nippon mehr für mich zu bieten. Als Animefan würde ich mich nicht bezeichnen, die Klassiker der japanischen Animationskunst weiß ich dennoch zu schätzen. Inzwischen habe ich bei vielen neueren Produktionen den Eindruck, dass die Experimentierphase lange zu Ende gegangen ist und optisch mehr und mehr dem Einheitsbrei gehuldigt wird. Japan hat jedoch auch eine lange Tradition im Actionkino. Vor allem Samurai spielen hier eine Rolle. Von Klassikern wie Akira Kurosawas  Yojimbo, Sanjuro oder Die Sieben Samurai , über Takashi Miikes 13 Assassins bis zur Fünfteiligen Manga-Realverfilmung Rurouni Kenshin  gibt es eine Menge zu entdecken. Dieses Jahr läuft hoffentlich auch hierzulande  The Samurai and the Prisoner von Kiyoshi Kurosawa an. Der Trailer hat mich jedenfalls neugierig gemacht und bestätigt, dass das Genre nach wie ...

Total Eclipse of my Mind

Alles auf Carcosa will mich umbringen. Nirgendwo außerhalb der Basis ist man sicher. Während die anderen drin bleiben können, muss ich jedoch draußen nach den Überlebenden der ersten drei Expeditionen suchen. Leichen oder Lebenszeichen? Fehlanzeige! Hin und wieder finde ich ein Audiolog, das beweist, dass die hier waren. Doch das was sie von sich geben, kommt mir oft vor wie seltsames Gestammel.   Stammen die Ruinen, durch die ich seit Stunden streife, wirklich von ihnen oder lebte hier einst eine außerirdische Zivilisation? Die einzigen Lebewesen, die ich finden kann, sind albtraumhafte Kreaturen. Biomechanische Wesen, bizarr, bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Teils sind sie von insektenhafter Gestalt, manchmal erinnern sie an Raubtiere von daheim. Doch immer sind sie aggressiv und greifen alles an, was sich bewegt. Speien Kugeln aus, die mir bei Berührung die Lebenskraft entziehen.  Gerade als ich aus einem zerfallenen Gebäude trete, das einst wohl eine Kathedrale gewesen s...

Der Klassiker unter den Kriegsverbrechern

Die Zeit ist unser größter Gegner. Unkontrollierbar und unbesiegbar zieht sie uns linear vom Gestern durch das Heute nach Morgen und bewegt uns nach unserer Geburt unaufhaltsam unserem Tod entgegen. Niemand kann die Zeit besiegen. Am besten man unterlässt diesen törichten Versuch gleich ganz. Es sei denn man ist ein Geschichtenerzähler. Nur diese Zunft besitzt die Macht die Zeit zu kontrollieren. Manchmal wird sie gestaucht, dann wieder gedehnt, manchmal so stark, dass sie stillzustehen scheint. So versucht sie zu verhindern, dass die Figuren ihr Ziel erreichen. Dann wieder bewegt sie sich wieselflink durch die Jahre, nimmt uns durch schnell aneinander gereihte Bilder durch die Handlung mit zum nächsten POI des Plots. Hin und wieder bewegt sie sich in schraubenden Bewegungen vor und zurück oder auf und ab oder springt wie ein Raumschiff in Nullzeit an einen anderen Ort. Ein geschickter Erzähler weiß diese Macht zu nutzen, um die Geschichte spannend, unterhaltsam oder lehrreich zu gesta...

Viel Feind, viel Er!

Die Masters of the Universe Actionfiguren sind ein Testosteron durchtränkter Designalbtraum. Bei derart massiv ausgeprägten Muskelgruppen sollte ein Mensch nicht mehr in der Lage sein sich auch nur einen Millimeter in irgendeine Richtung zu bewegen, ohne sich dabei selbst zu behindern. Nun sind die Figuren und die Animationsserie (1983-1984), auf denen der aktuelle Kinofilm basiert, zugegebenermaßen Kinder ihrer Zeit. Dank Arnie, Carl Weathers, Dolph Lundgren, Sly, Bill Duke und vieler anderer Darsteller waren die Achtziger Actionfilme mit gestählten Körpern gesättigt. Die Plastikfiguren trieben diese Optik halt auf die Spitze. Kurz und gut: man konnte diesen Kappes schlicht nicht ernst nehmen, und besser als realistisches Militärspielzeug war es allemal.  Die MotU Serie war im Grunde nur eine Vermarktungsstrategie von Mattel. Sie bot zumindest einen losen erzählerischen Rahmen für die Kinder, die ihre Eltern in den Spielwarenladen scheuchen sollten. Man könnte sagen, dass sich Ma...

Chaos in Lautsprecherhausen

  Das tschechische Entwicklerstudio Amanita Design hat wieder zugeschlagen. In Werken wie Samorost, Machinarium, Botanicula, Pilgrims oder Happy Game haben die kreativen Köpfe bereits mehrfach ihre Liebe zu außergewöhnlichen Grafikstilen zur Schau gestellt. Ästhetisch interessant, aber immer ein wenig gegen die Sehgewohnheiten gebürstet, stechen ihre Spiele bereits auf Screenshots heraus. Mit ihrem neusten Wurf Phonopolis haben sie sich jedoch selbst übertroffen.  Alle Elemente der Figuren und Sets wurden aus Pappe und Papier gebastelt, bemalt und gescannt, um eine verschachtelte, surreale, aber auf Effizienz getrimmte und daher freudlose Stadt zu erschaffen. Dabei speist sich der Look aus verschiedenen avantgardistischen Stilrichtungen wie Kubofuturismus , Suprematismus und Konstruktivismus . Dadurch entstand eine auf wundervolle Weise haptisch wirkende Welt, die faszinierend, putzig und schrecklich zugleich ist.  Die Stadt Phonopolis wurde mit mehr Lautsprechern...

Game of Score

Lautes Gepolter und Wehklagen schallt des Nächtens durch das Heim des greisen Antonio Salieri (F. Murray Abraham). Seine Diener eilen, zur späten Stunde aufgeschreckt, zu den Gemächern und finden ihn in seinem eigenen Blut liegend. Salieri wollte mit einem Schnitt in die Halsschlagader Selbstmord begehen. Sofort wird er ins Spital transportiert, von wo er wenige Tage später ins Irrenhaus verlegt wird. Ein Priester besucht ihn dort, um ihm die Beichte abzunehmen. Immerhin wussten die Diener zu berichten, dass er sich selbst mehrfach und lauthals des Mordes an Wolfgang Amadeus Mozart (Tom Hulce) bezichtigt hatte, bevor er das Rasiermesser ansetzte. Antonio Salieri jedenfalls ist endlich bereit sich seiner Selbst zu stellen und der Priester wird zuhören müssen ... Biopics, insbesondere die über Musiker, erfreuen sich in den letzten Jahren großer Beliebtheit. Ich finde sie meist äußerst fade - sogar wenn mir die Musik gefällt. Bohemian Rapsody konnte zwar mit der Musik von Queen aufwarten...