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Posts

Hefte und Stifte raus, wir schreiben einen Test!

Ab und zu sticht mich der Hafer und ich führe ein wenig Statistik. Ja, sehr Alman, ich weiß. Immerhin nehm ich mir interessante Objekte vor und... Ok, ok, für MICH interessante Objekte. Zufrieden? - Danke! Da der EU-Release von Kill Bill - The Whole Bloody Affair gerade stattfindet, hab ich mich gefragt: ist der olle Quentin eigentlich erfolgreich genug, dass er es sich erlauben kann so viel Zeit zwischen zwei Filmen zu lassen? Ich meine, nur Tool sind mit ihren Albenreleases noch langsamer. Eine EP und fünf Alben versus neun Tarantino Filme. Der Vergleich bietet sich an, weil Reservoir Dogs und die EP Opiate beide 1992 erschienen sind, man also den gleichen Zeitraum betrachtet. Obendrein befindet sich meine Vorfreude auf ein neues Werk von Tool oder Tarantino auf einem ähnlich hohen Level. Bislang wurde ich von Beiden, wenn überhaupt, auf vergleichbar hohem Niveau enttäuscht, falls ich mal nicht so begeistert war. Daher habe ich mir von den bislang veröffentlichten Filmen des amerik...

Französische Beißerchen

Vampire im Allgemeinen und Dracula im Speziellen sind Themen, die die Filmschaffenden immer wieder zu Tiefstleistungen anspornen. Es gibt einige wenige herausragende Umsetzungen, wie beispielsweise Bram Stoker's Dracula (1992) von Francis Ford Coppola oder Nosferatu (1922) von Friedrich Wilhelm Murnau. Auch dessen Remake von Werner Herzog aus dem Jahre 1979 finde ich sehr gelungen. Das Meiste ist jedoch erstaunlich mid bis schrecklich unkreativ. Manchmal gönnt man sich eine neue Herangehensweise an den Stoff, was dann dem Vampirgenre einen guten oder zumindest interessanten Eintrag hinzufügt. Interview mit einem Vampir (1994), Fright Night (1985), Renfield (2023), Blade (1998) oder John Carpenter's Vampires (1998) würde ich zu dieser Art Vertreter zählen. Wenn man eine bekannte Geschichte neu interpretiert, sollte das zumindest auf einem Gebiet in einer besonderen Qualität geschehen. Opulente Ausstattung, ungewöhnliche Inszenierung, ein unerwarteter Blickwinkel, aus der ...

It's Adventure Season

Nachdem mich The Drifter im letzten Jahr angenehm überrascht hatte, kam in mir wieder etwas Adventure Laune auf. Drei weitere Titel hab ich seitdem gespielt, die sich für eine Weiterempfehlung eignen. Zuerst wäre da der jüngste Kandidat mit dem verheißungsvollen Titel Earth Must Die . VValak Lizardtongue ist der Prinz des tyrythianischen Imperiums und ein ausgemachter Drecksack und Totalversager - ein Royal halt. Nachdem er sich auf den Thron geputscht hat, überfallen die Terranoiden eines schönen Tages seine Heimatwelt und übernehmen den ganzen Bums. VValak ist irritiert. Außer ihm scheint keiner ein großes Problem damit zu haben. Unverschämt! Schließlich ist er doch der große Zampano der Degenerierten! Also beschließt er zusammen mit seinem fliegenden Ammenbot Milky die Terraner auszulöschen. Das Comedy Adventure von Size Five Games kommt in modernem Gewand und poppigen Farben daher und weiß neben seinen satirischen Anleihen mit einem sehr überzeugenden englischen Cast zu begeistern...

Deviants, wir haben ein Problem!

Heute muss ich mich mal zum Umfeld eines meiner anderen Hobbies auslassen. Sorry, also kein Review zu Filmen, Serien oder Videospielen. Mit vergnüglicheren Themen geht es dann kommenden Samstag weiter.  Ich zeichne seit ich den Kindergarten besucht habe. Von kleineren Pausen während stressiger Zeiten, wie der der Ausbildung, abgesehen, bin ich dem Hobby immer treu geblieben. Schon seit beinahe zwei Jahrzehnten bin ich rein digital unterwegs. Zunächst mit einem Grafiktablet, das aber mehr Murks denn Vergnügen war, und seit mehreren Gerätegenerationen mit einem Grafikmonitor. Vor einer guten Dekade entschied ich, dass meine Zeichnungen nicht mehr zu crappy aussehen und auch dem öffentlichen Auge standhalten können. Es hat sich immerhin niemand gemeldet, um den Verlust seiner Sehkraft zu beklagen. Also meldete ich mich auf der damals relevantesten Plattform an: DeviantArt. Künstler bieten hier ihre Skizzen, Zeichnungen, Gemälde und Fotografien feil. Ich kann mich nicht mehr er...

When 2 become 1

Wenn eine Beziehung endet wird oft der oder die Schuldige gesucht. Schließlich muss doch jemand die Ursache für das Scheitern sein! Oder nicht?  Es wird gern übersehen, dass für Wohl und Wehe einer Beziehungen immer alle Involvierten verantwortlich sind. An dieser Stelle klammere ich verlassene Prügelknaben, psychische Tricks anwendende Narzisten und dergleichen aus.  - Nur falls jemand in die Kommentare klugzuscheißen gedenkt. - Für die 08/15 Wald- und Wiesenbeziehung gilt die Prämisse. Oft ist mangelnde oder fehlerhafte Kommunikation eine der Hauptursachen für eine Trennung.   Wer nicht in der Lage ist die eigenen Bedürfnisse auszudrücken oder Probleme anzusprechen, um sie gemeinsam zu lösen, wird genausowenig glücklich werden, wie derjenige, dessen Fähigkeit Zuzuhören unzureichend ausgebildet ist. Fehlende Empathie mag auch noch dazukommen. Vermutlich stammt jedoch die eher aus der Unkenntnis des seelischen Innenlebens des Partners. Mancher hat womöglich Angst die...

Bei Fuß!

   Nach all dem modernen Kram der letzten Wochen ist es mal wieder an der Zeit einen Film auf die Leinwand zu bringen, der als Kult-Klassiker gilt. Konnte An American Werewolf in London dem Zahn der Zeit widerstehen oder ist der knapp fünfundvierzig Lenze zählende Film reif für's Museum? In der high-concept Horrorkomödie von John Landis befinden sich die beiden Freunde David (David Naughton) und Jack (Griffin Dunne) auf einer Trekkingtour durch England. Sie werden des nächtens im Moor von einem Werwolf überfallen. Während Jack über die Wupper geht, laden die Bewohner des nahen Dorfes den schwer verletzten David in einem Londoner Krankenhaus ab. Den Werwolf haben sie vorher netterweise - und so gar nicht zum Selbstschutz - mit ihren Jagdflinten zersiebt. Geschickt nutzen sie die unerwartete Gelegenheit die lästige Werwolfplage permanent aus ihrem Dorf zu dismissen. Darum wird David auch nicht vor Ort gesund gepflegt. Sollen sich doch die Städter mit dem Mistvieh auseinanderset...

Die Abschissbirne

Die entfremdeten Halbbrüder Jonny (Jason Momoa) und James Hale (Dave Bautista) müssen sich zusammenraufen, um den Mord an ihrem männlichen Genomspender aufzuklären. Beide eint das schlechte Verhältnis zu ihrem Vater und eine schwierige Kindheit. Im Grunde könnte man sagen: der alte Drecksack wurde verscharrt und hat wahrscheinlich bekommen, was er verdient hatte. Ei drüber schlagen, Bier auf und Prost! Dummerweise rückt den Brüdern der hawaiianische Ableger der Yakuza unangenehm auf die Pelle, weil Jonny einen Datenstick von Pappa Hale zugeschickt bekommen haben soll. Ebenso dumm für die Yakuzahanseln: Jonny ist Polizist in Oklahoma und übt sich in der Straßenprügelfassung des Drunken Master Kampfstils und James ist eine US Navy Robbe. Entsprechend blutig gestaltet sich die zweistündige Bewältigung der Kindheitstraumata. Zwei miteinander im Clinch liegende Dudes, ein Kriminalfall und brachiale Action sind die Grundzutaten einer zünftligen Buddy-Cop-Action-Comedy. Leider gelingt es Regi...

Lifestyle Teilzeithelden

Nachdem ich vor einiger Zeit bereits ausführlich über die Apple TV Serie Slow Horses berichtet habe, kam inzwischen eine weitere Serie basierend auf Romanen des Autors Mick Herron heraus. Ebenfalls bei Apple TV läuft Down Cemetery Road , benannt nach dem ersten Roman der vierteiligen  Zoë Boehm Reihe. Die erschien von 2003-2009, also noch vor der weiterhin laufenden Slow House Buchserie (ab 2010). Nachdem dort auch Staffel fünf wieder furios abgeliefert hat, hatte ich entsprechend hohe Erwartungshaltungen bezüglich Down Cemetary Road . Zu einem guten Teil wurden diese auch erfüllt. Zoë Boehm (Emma Thompson) ist eine Privatdetektivin, deren Ehemann Joe Silverman (Adam Godley) mehr schlecht als recht die gemeinsame Detektei leitet. Eines Tages taucht Sarah Trafford (Ruth Wilson) dort auf. Anstatt wie üblich einem untreuen Ehemann nachspionieren zu lassen, hat sie ein ungewöhnliches Anliegen. Nach einer Gasleitungsexplosion in Sarahs Viertel kamen die Eltern eines kleinen Mädchens um...

Wenn der Kadaver künstlich beatmet wird

High-Concept beschreibt eine Filmidee, die sich kurz und prägnant in einem Satz zusammenfassen lässt. Dadurch lassen sich diese Ideen sehr einfach pitchen. Tiefgehende Charakterentwicklungen oder eine komplexe Handlung stehen einer spannenden, visuell interessanten Umsetzung der simplen Grundidee hintan. Ein Cop bekämpft an Weihnachten Terroristen in einem Hochaus.  oder Agenten einer geheimen intergalaktischen Einreisebehörde versuchen die Existenz von Aliens geheim zu halten.  wären solche Ideen. Im besten Fall fängt der Titel des Films das zugrundeliegende Konzept ebenfalls ein. Jaws , Ghostbusters oder Nightmare on Elm Street wären Beispiele hierfür.  Natürlich existiert auch ein Gegenstück zu dieser Prämisse. Der Low-Concept-Film will die Zuschauenden vor allem über Charakterentwicklungen, atmosphärischen Aufbau und thematischen Tiefgang fesseln.  Matt Reeves letzter Eintrag in das Batman Franchise wäre ein Beispiel für Low Concept. Während man einwenden kann,...

Der Star Dreck unter den Fingernägeln

So etwa ab Mitte der Zwanzigzehner Jahre begann in den USA ein Shift in der Produktion von Fortsetzungen bekannter Franchises, die vor allem eins gemeinsam haben: Dekonstruktion und mutwilliges Herumtrampeln auf dem Originalmaterial. Quasi als verhöhnende Entschuldigung wurden gleichzeitig die Memberberries-Maschinengewehre durchgeladen und abgefeuert.    "Sehet die Dinge, die ihr von früheren Tagen kennt! Jetzt liebet unsere Darreichungen zu euren kulturellen Favoriten!"  Dazu zähle ich unter anderem Star Wars, Star Trek, Doctor Who, Alien, Ghostbusters, The Witcher oder auch Umbrella Academy . Die beiden Letztgenannten gab es zuvor nur in Form von Büchern und Videospielen bzw einer sehr kurzen Comicbuchreihe. Das Prinzip war hier aber das Gleiche. Zur Beantwortung der Frage nach dem Warum kann ich nur Spekulieren. Obwohl hier und dort immer wieder Ansätze interessanter Ideen hervorlugen, vermute ich eine Mischung aus folgenden Zutaten: Unkenntnis der Vorlage bzw Unvers...